Tramhüsli Emmenbrücke fehlen 200'000 Franken

Emmenbrücke Tramhüsli

Emmenbrücke Tramhüsli

Bild ZVG Stiftung Tramhüsli

Es ist so weit: Das Tramhüsli Emmenbrücke geht in die Bauphase. Im Oktober beginnt die Bausanierung und im April 2019 wird der Betrieb eröffnet. Noch fehlen der Stiftung jedoch 200'000 Franken, die sie über weitere Aktionen beschaffen will.

Wichtige Meilensteine sind erreicht, die Stiftung Tramhüsli kann mit den Bauarbeiten loslegen. Die Baubewilligung ist erteilt, die kantonale Denkmalpflege hat das Gebäude ins Denkmalverzeichnis eingetragen, die Verträge zur Gesamtfinanzierung und zur Miete sowie der Dienstbarkeitsvertrag mit der Viscosistadt sind unterzeichnet, der Baubeginn ist auf den 1. Oktober 2018 geplant. «Das ist natürlich ein Glücksmoment für alle, die im Stiftungsrat tätig sind und das Tramhüsli zum Leben erwecken wollen», freut sich Stiftungspräsident Urs Rudolf.

Voraussetzung war eine gesicherte Finanzierung mit klarer Amortisations- und Verzinsungsregelung. «Wir haben langristig verbindliche Verträge abschliessen können», hält Urs Rudolf fest. Die Stiftung war bei den hohen Gesamtkosten von insgesamt 1,6 Millionen Franken auf eine massgebliche Fremdfinanzierung angewiesen. Eine solche ist nun sichergestellt.

Weitere 200'000 Franken nötig

Die Fremdfinanzierung bedingt allerdings, dass die Stiftung Tramhüsli die noch fehlenden 200'000 Franken Eigenmittel beschaffen kann. Der Stiftungsrat ist zuversichtlich, dass auch dieses Ziel erreicht werden kann. In einer ersten Aktion startete er letztes Jahr ein Crowdfunding, womit ein erster Teil des Spendeziels erreicht werden konnte. Rund 100'000 Franken wurden gespendet. «Wir haben nach einer anfänglichen Skepsis eine breite Unterstützung wahrnehmen dürfen», weiss Urs Rudolf. «Nicht nur die alten 'Viscösler' oder Kulturliebhaber haben uns unterstützt, sondern auch Leute aus der Gemeinde Emmen und aus der Region. Dies stimmt mich zuversichtlich.»

Der Stiftungsrat hat daraufhin den Verein «Pro Tramhüsli» initiiert. In diesem Verein kann man – mit einem angemessenen Jahresbeitrag – die Sympathie fürs Projekt kundtun und die Verbundenheit und Identität mit dem Tramhüsli dokumentieren. Der Verein «Pro Tramhüsli» soll in nächster Zeit der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Ausserdem stellt der Stiftungsrat Beitragsgesuche fürs Tramhüsli an Stiftungen und Privatpersonen.

Tramhüsli unter Denkmalschutz

Das Tramhüsli wird ins kantonale Denkmalverzeichnis eingetragen. «Der damit verbundene Schutz kommt Kulturdenkmälern zu, die von erheblichem wissenschaftlichem, künstlerischem, historischem oder heimatkundlichem Wert sind», schreibt dazu das Bildungs- und Kulturdepartement im Luzerner Kantonsblatt. Der Stiftungsrat will das Tramhüsli wieder so instand stellen, dass es nach der Bauphase so ursprünglich wie möglich sein wird. Architekt und Stiftungsrat Hardi Bisig war seit Beginn mit der Kantonalen Denkmalpflege in Kontakt. Die Auflagen und Anregungen der Denkmalpflege sind in die Planung eingeflossen. Das Projekt sieht vor, das Tramhüsli umzubauen und zu erweitern. Der Grundriss wird wieder vervollständigt. Dadurch entsteht für die Nutzung mehr Innenraum.

Gastrobetrieb der IG Arbeit

Für den Betrieb mit Kiosk, Konsumationsbereich, Boccia-Bahn und Platz für verschiedene kulturelle Anlässe hatte 2016 die Interessengemeinschaft Arbeit (IG Arbeit) Luzern den Zuschlag erhalten. Die IG Arbeit, die auch das Nylon 7 in der Viscosistadt betreibt, wurde in allen Teilschritten der Planungsarbeit einbezogen. Die IG Arbeit wird im Tramhüsli einen Treffpunkt als Bar-Cafeteria betreiben, welche – ausser in der kalten Jahreszeit – auch auf der Aussenfläche genutzt werden kann. Der Betrieb wird voraussichtlich am 1. April 2019 eröffnet.

Tramhüsli als kultureller Treffpunkt

Sowohl der Stiftungsrat wie auch die IG Arbeit haben das Ziel, in Emmen nicht einfach einen neuen Restaurationsbetrieb entstehen zu lassen, sondern einen kulturellen Treffpunkt. Zurzeit wird an einem Konzept gearbeitet und es finden Verhandlungen statt. Verlaufen diese positiv, wird die Stiftung die Öffentlichkeit darüber informieren. «Wir sind überzeugt, dass Kunst und Kultur nicht einfach geplant werden kann», sagt Stiftungspräsident Urs Rudolf, «es soll aus dem Kleinen herauswachsen.» Stiftung und IG Arbeit wollen beim Tramhüsli Raum genügend Gelegenheiten schaffen, dass die Kultur wachsen kann. Das Tramhüsli soll zu einer Plattform für regionale Kultur werden. Die Stiftung wird dafür ihr Netzwerk zur Verfügung stellen.

16.5.2018

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