Rontaler Höhenweg lädt zur Herbstwanderung ein

Rontaler Höhenweg

Rontaler Höhenweg

Bild ZVG

Der im Mai dieses Jahres frisch eröffnete Rontaler Höhenweg, verbindet hoch über dem geschäftigen Rontal die Gemeinden Ebikon, Dierikon, Root, Gisikon und Honau auf einer Strecke von insgesamt 12,4 Kilometer. Zügige Wanderer schaffen das nur mit geringen Steigungen versehene Wegstück in gut 3 Stunden. Familien und Geniesser werden freilich etwas mehr Zeit einplanen müssen, denn unterwegs locken viele kleinere und grössere Attraktionen zu einem Zwischenhalt.

Wenn das Herbstlaub wie ein goldener Teppich unter den Füssen knirscht und sich die bunten Blätter der Bäume kontrastreich vom blauen Himmel oder von den mystisch wirkenden Nebelschwaden abhebt, wird es Zeit, der langsam welk werdenden Natur einen Besuch abzustatten. Eine sehr schöne Möglichkeit, tief in das herbstliche Kaleidoskop einzutauchen, ist die Begehung des Rontaler Höhenwegs. Trotz seines flachen Profils bietet er mit Wiesen, Wäldern, Flussläufen, Agrarland, Laichgebieten und Biotopen, eine erstaunliche landschaftliche Vielfalt. Zudem laden viele Spielplätze, Feuerstellen und Bauernhöfe zu einem ausgedehnten Halt ein.

Der Weg ist das Ziel

Der Start der Wanderung ist an vier Stellen möglich: Beim Restaurant Falken in Ebikon, vom Unterlöchli Luzern, bei der Haltestelle Gisikon Weitblick und bei der 1647 erbauten St. Eligius Kapelle in Honau. Letzteres ist der Ausgangspunkt für die nachfolgend beschriebene Strecke. Der Weg ist sehr gut mit grünen Wegweisern, die einen Frosch abgebildet haben, ausgeschildert. Nach dem Spielplatz «Fröschegärtli» in Gisikon, geht es auf einem breiten Kiesweg eine kleine Anhöhe hinauf, bis die Naturschutzzone «Feldhof» erreicht wird. Die ehemalige Kiesgrube, ist heute ein Amphibienlaichgebiet, das ein wichtiger Lebensraum für Amphibien und für unzählige weitere tier- und Pflanzenarten darstellt. Vor allem für Libellen und Grasfrösche sind die Bedingungen ideal.

Der Kneipp-Pavillon sorgt für gute Durchblutung

Wenige Minuten später lichtet sich der Wald und gibt den Blick frei für das zu Füssen liegende Rontal mit dem Pilatus im Hintergrund und den «KneippGarten Gisikon» (Eintritt Kinder: CHF 3 / Erwachsene: CHF 5). Hier lohnt ein erster längerer Halt, denn die Anlage, die sich rund um einen kleinen See schmiegt, besticht durch eine Tretanlage und ein Armbad mit Gussstation. Ideal vor allem für all jene, die den Rontaler Höhenweg von Ebikon aus in Angriff genommen haben. Neben gut durchbluteten Armen und Beinen eignet sich der Kneipp-Pavillon auch als Seminar-, Schulungs- oder Sitzungsraum und gibt auch für Apéros, Geburtstagsfeiern oder gar Hochzeiten ein gutes Bild ab.

Kultur und Kulinarisches auf dem Hof Obermettlen

Jetzt beginnt landschaftlich wohl der reizvollste Abschnitt des Rontaler Höhenwegs. In einer leichten Steigung geht es durch dicht bewaldetes Gebiet, vorbei an Feuerstellen, Bauernhöfen, Wildgehegen und kleinen Flussschluchten. Asphalt- und Kieswege wechseln sich dabei ab, bis eine Lichtung mit schönem Ausblick erreicht ist. Darauf steht der prächtige 6,5 Hektaren grosse Hof Obermettlen, der von Marlen und Stephan Koch-Mathis, geführt wird. Das sympathische Paar produziert Weidebeef rein graslandbasiert und verzichtet gänzlich auf Kraftfutter. «Auf der Obermettlen ist ein nachhaltiger und verantwortungsvoller Umgang mit Mensch, Tier und Natur oberstes Credo», wie Marlen Koch unterstreicht. Die Rinder weiden im Sommer an den Hängen über Root und verbringen den Winter im Laufstall mit Blick hinunter ins Rontal. So erhalten sei genügend Zeit zum Wachsen. Sie verkaufen Obermettler Weidebeef massgeschneidert nach Kundenwunsch direkt ab Hof und bereiten es bei den Obermettler Events und «Nose to Tail»-Grillkursen direkt für ihre Gäste zu. «Das Tatar ist eines unserer persönlichen Leibgerichte», sagt Marlen Koch stolz (Rezept siehe am Ende des Artikels). Dass für die beiden Arbeit und Geselligkeit Hand in Hand gehen, wird klar, wenn man sie als «s’Chochä» an ihren Schwyzerörgeli hört. So fällt einem, trotz der noch zu erwartenden Naturschönheiten, der Abschied vom Hof Obermettlen schwer.

Hofläden mit Selbstbedienung für den kleinen Appetit

Jetzt wird das Terrain offener und leicht abschüssig. Auf einem mit Eicheln übersäten Naturweg geht es zum Hof Widacher, auf dem Hackfleisch, Voressen, Haxen, Siedfleisch, Hamburger und Trockenwürste angeboten werden. Wem das zu deftig ist, kann sich im kleinen Hofladen selbst bedienen. Von hier aus kann man den Rontaler Höhenweg abkürzen und direkt nach Root (40 Min.) oder nach Gisikon-Root (55 Min.) hinunterwandern. Wenig später befindet man sich mitten in Agrarland. An Weinreben und wunderschönen Apfelbäumen vorbei gelangt man zum Hof Neufildern in Ebikon, der mit einem «Kafi-Hüsli» mit Selbstbedienung ebenfalls zu einem Halt einlädt.

Biotop Ebikon: Heimat für Amphibien, Vögel und einheimische Pflanzen

Bald ist das Biotop, Ebikon, erreicht, das von Katja Speiser und ihren Eltern zur Erhaltung einheimischer Pflanzen und der tierischen Artenvielfalt errichtet wurde. Entstanden ist es, weil das Risch beim heutigen Sportplatz Anfang der 80er-Jahre mit Bauschutt aufgefüllt und damit Tausende von Amphibien sowie Reptilien begraben wurden. Wer über den Zaun blickt und ins mit Blumen und Wildpflanzen überwucherte Dickicht horcht, hat vielleicht das Glück, Distelfinken, Schwanz- und Sumpfmeisen zu hören oder Fuchs, Marder, Dachs, Igel oder Fledermäuse zu sichten. Jetzt wartet noch ein etwas kräfteraubender Schlussspurt über das Unterlöchli hinab bis zum Restaurant Falken. Wer lieber abkürzen möchte, der kann von der Eingangspforte des Biotops direkt bis ins Zentrum Ebikon laufen. Nach einer ebenso schönen wie abwechslungsreichen Wanderung bleibt nur noch die Frage, weshalb der Weg das Logo eines Froschs ziert. Das konnte ich während der Wanderung nicht ergründen, aber was sicher ist: Wer es versäumt, den Rontaler Höhenweg zu erwandern, der ist ein Frosch!

28.10.2018

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