Nachhaltig Bauen mit innovativer Solartechnik

Nachhaltig Bauen

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Bild ZVG Nachhaltig Bauen

Am Sonnenhang «Hohlen» der Oberaargauer Gemeinde Huttwil, nahe dem Emmental, wird die Sonne in Zukunft als hauptsächliche Energiequelle für das gesamte Quartier genutzt. Und zwar gemeinsam. Ein Bericht über ein wegweisendes Pionierprojekt.

Das an erstklassiger Wohnlage in Huttwil geplante richtungsweisende Energie-Quartier umfasst 22 Gebäude und knapp 100 Wohneinheiten. Diese werden aber nicht wie üblich alle einen eigenen Anschluss ans öffentliche Stromnetz erhalten, sondern nur einen einzigen, gemeinsamen Anschluss. Denn das Quartier Hohlen bildet eine Eigenverbrauchsgemeinschaft, kurz EVG. Für Hohlen bedeutet das, dass der im Quartier produzierte Solarstrom auch vom Quartier selbst verbraucht wird. Für die zukünftigen Bewohner des Quartiers hat dies folgende Vorteile: Erstens, sie beziehen quartierintern Strom zu einem günstigeren Preis, als wenn sie diesen vom öffentlichen Stromlieferanten kaufen würden. Zweitens, sie nutzen sauberen Solarstrom und leisten damit einen Beitrag zur Energiewende.

Modell der Zukunft

Erstes Energiequartier der Schweiz – Wohnüberbauung «Hohlen» Huttwil

Huttwil – Wohnnüberbauung «Hohlen»

Bild ZVG IGD Grüter AG

Möglich geworden ist dieses zukunftsweisende Modell eines Zusammenschlusses von Stromproduzenten und -verbrauchern dank der Energiestrategie 2050. Mit der Annahme der Revision des Energiegesetzes durch das Stimmvolk letztes Jahr wurden die gesetzlichen Rahmenbedingungen für mögliche EVG ab 2018 definiert. Direkt genutzt haben diese Chance die Projektpartner des Quartiers Hohlen. Jedes einzelne Gebäude des Quartiers wird mit einer Solaranlage auf dem Dach ausgestattet. Geplant und installiert werden diese hocheffizienten Solarsysteme durch die Energietechnikfirma clevergie. Neben den Photovoltaikanlagen auf dem Dach werden solare Balkongeländer von Anytech Solar zusätzlichen Solarstrom liefern. Der Bauherr des Quartiers Hohlen, das Architektur-Totalunternehmen IGD Grüter, welches das pionierhafte Quartier konzipiert hat, wird als Solaranlagenbesitzer für die Versorgung, Messung und Abrechnung des Stroms innerhalb des gesamten Quartiers verantwortlich sein.

Sonne im Überfluss

Hohlen liegt an einem sonnigen Südhang und ist deshalb für die Solarstromproduktion prädestiniert. Auf allen Dächern der insgesamt 22 Gebäude werden hocheffiziente Solarsysteme installiert, um ein Maximum aus dem einstrahlenden Sonnenlicht zu nutzen. Für die Steildächer hat clevergie leistungsstarke monokristalline Module aus Schweizer Produktion vorgesehen. Diese werden vollflächig in das Dach integriert und übernehmen somit gleichzeitig die Funktion der Dachhaut. Durch die vollflächige Integration werden auch die Erwartungen an die Ästhetik erfüllt. Auch auf den Flachdächern wird clevergie leistungsstarke monokristalline Module installieren. Bei den aufgeständerten Flachdachmodulen handelt es sich um robuste Doppelglas Module, welche dank ihrem rahmenlosen Design besonders wartungsarm sind. Die optimale Lage des Quartiers sowie die Wahl der Solarsysteme ermöglicht es dem Quartier Hohlen, aufs Jahr gerechnet, mehr Strom zu produzieren, als es selbst verbraucht. Es handelt sich somit um ein Plus-Energie-Quartier.

Intelligenz der Steuerung

Der durch die Solarsysteme erzeugte Solarstrom betreibt im Quartier Hohlen nicht nur die üblichen elektrischen Verbraucher, sondern sorgt via Wärmepumpen ebenfalls für CO2-neutrale Wärme sowie über mehrere Elektroauto-Ladestationen für abgasfreie Mobilität. Für die Zeitpunkte eines Solarstromüberschusses hat clevergie zudem einen zukünftig erweiterbaren Batteriespeicher miteingeplant. Dafür, dass ein maximaler Anteil der eigenen Solarstromproduktion im Quartier ausgeschöpft wird, ist die intelligente Steuerung von Smart Energy Link zuständig. «Unsere Software macht die Realisierung und den Betrieb der EVG für den Investor und Eigentümer einfach und komfortabel», erklärt Tobias Stahel, Geschäftsführer von Smart Energy Link. Denn die Software misst und verrechnet alle Stromflüsse und stellt sie gar in einer App dar.

Das Pilotprojekt «Hohlen» dürfte viele Nachahmer nach sich ziehen. Es ist der Beweis dafür, dass Solarenergie bei einer ganzheitlichen und sorgfältigen Planung nicht nur aus ökologischer Überzeugung, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht Sinn macht. Und ganz nebenbei sieht ein Gebäude mit einem gleichmässigen, dunkelblauen Dach optisch äusserst ansprechend aus.

Quelle: Gerber Media / Nachhaltig Bauen

22.5.2018

Frühling in der Zentralschweiz

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Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde