«Städtevergleich Mobilität» – Luzern hat am meisten Autos

Die sechs grössten Deutschschweizer Städte Basel, Bern, Luzern, St. Gallen, Winterthur und Zürich haben zum zweiten Mal einen gemeinsamen Bericht «Städtevergleich Mobilität» erarbeitet. In allen beteiligten Städten wuchs sowohl die Zahl der Einwohnenden als auch jene der Beschäftigten – folglich nahm auch der Verkehr zu.

Seit der Publikation des ersten Städtevergleichs Mobilität vor fünf Jahren ist die Anzahl der Einwohnerinnen und Einwohner sowie der Beschäftigten in allen sechs beteiligten Städten gestiegen. Trotzdem hat die Fahrzeugmenge beim motorisierten Individualverkehr (MIV) in fünf Städten abgenommen oder nur leicht zugenommen (St. Gallen). Dafür verzeichnen alle Städte eine Zunahme bei den ÖV-Passagieren und den Velofahrenden. In allen Städten hat die Zahl der verunfallten Personen mit einer Verletzungsfolge gemessen an der Einwohnerzahl deutlich abgenommen.

Grundlage für Massnahmen

Auch den zweiten «Städtevergleich Mobilität» haben die Städte Basel, Bern, Luzern, St. Gallen, Winterthur und Zürich gemeinsam erstellt. Darin wird das Verkehrsverhalten der jeweiligen Stadtbevölkerung verglichen – beispielsweise der Modal Split, der zeigt, welche Verkehrsmittel welchen Anteil an den zurückgelegten Wegen ausmachen. Der Bericht enthält weitere Kennwerte zu den Verkehrsinfrastrukturen sowie Daten aus Verkehrszählungen. Zusätzlich werden auch Kennwerte aus dem Bereich Sicherheit und Umwelt verglichen. Der «Städtevergleich Mobilität» dient als Basis für einen besseren Austausch und eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Städten im Bereich Verkehr sowie als Grundlage für die Erarbeitung von Mobilitätsstrategien und Massnahmen.

Grosse Ähnlichkeiten

Die sechs Städte haben ähnliche Herausforderungen zu meistern: Sie wachsen auf begrenztem Raum, die Siedlungsdichte nimmt zu, die Zahl der Arbeitsplätze und damit auch die der Pendlerinnen und Pendler steigt genauso wie die Ansprüche an eine gute städtische Lebensqualität. Alle sechs Städte sind daher bestrebt, eine stadtgerechte Mobilitätsplanung zu betreiben. Hier zeigen sich Unterschiede in den Mobilitätskulturen zwischen den drei Grossstädten und den drei Mittelstädten. Die meisten Ähnlichkeiten weisen die drei Grossstädte Basel, Bern und Zürich auf. In diesen drei Städten ist der Anteil des Öffentlichen Verkehrs und des Fuss- und Veloverkehrs am Gesamtverkehr der städtischen Bevölkerung mit 77% überdurchschnittlich hoch. Zudem besitzt in Basel und Zürich nur jede dritte Person ein Auto, schweizweit ist es im Durchschnitt jede zweite Person. Die drei mittelgrossen Städte Luzern, St. Gallen und Winterthur weisen untereinander ebenfalls grosse Ähnlichkeiten auf, jedoch ist die Bedeutung des MIV vergleichsweise höher als in den Grossstädten: 33% der Luzerner Bevölkerung und 35% der Einwohnenden in St. Gallen und Winterthur benutzen den MIV als Hauptverkehrsmittel.

Luzern hat am meisten Autos

Auf 1'000 Einwohnende kommen in Luzern 456 Autos – der höchste Wert im Städtevergleich. Dies kann mit der grossen Firmenfahrzeugflotte erklärt werden. Den niedrigsten Motorisierungsgrad hat Basel. Dort kommen auf 1'000 Einwohnende 336 Autos. In Luzern nahm der Anteil der autofreien Haushalte von 40 auf 44 Prozent zu. Hier liegt Bern mit einem Anteil von 57 Prozent autofreier Haushalte an der Spitze. In Luzern sind mehr Menschen mit dem Auto oder dem Motorrad unter-wegs als in Basel, Bern oder Zürich. Betrachtet man die Verkehrsmengen im Stadtgebiet zeigt sich aber, dass die Umsetzung des städtischen Reglements für eine nachhaltige Mobilität Wirkung zeigt. Die MIV-Belastungen insbesondere im Stadtkern sinken, während der ÖV und der Veloverkehr im gleichen Masse stärker genutzt werden. Diese Entwicklung verläuft jedoch noch relativ langsam und soll mit der konsequenten Umsetzung der städtischen Mobilitätsstrategie weiter gefördert werden.

Die Erkenntnisse aus dem Städtevergleich Mobilität fliessen in Luzern in die aktuelle Verkehrsplanung der Stadt ein.

Quelle: Luzerner Rundschau

6.11.2017

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

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