Abschreiber drücken auf Gewinn bei Schindler

Der Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler ist 2013 gewachsen. Unter dem Strich jedoch blieb ein Drittel weniger. Dies liegt zum einen an einem ausserordentlichen Millionenabschreiber in Südkorea - aber nicht nur: Auch die schwierige Wirtschaftslage, der starke Franken und der Preisdruck belasten.

Die Schwierigkeiten im Kerngeschäft spiegeln sich Schindlers Betriebsergebnis gemessen am EBIT wider: Dieses sank 2013 verglichen mit dem Vorjahr um 9,5 Prozent auf 896 Mio. Franken. Es sei nicht gelungen, im Rahmen der Wachstumsstrategie auch den operativen Gewinn zu steigern, schreibt Schindler in einer Medienmitteilung vom Freitag.

Der Konzern bemüht sich zwar darum, die Kosten zu senken und die Effizienz zu steigern. Die erzielten Verbesserungen seien jedoch unter anderem durch den starken Schweizer Franken, den erheblichen Preisdruck und Verzögerungen bei der Umsetzung der Massnahmen in einzelnen Märkten neutralisiert worden, schreibt Schindler.

Auch die Kosten für den Ausbau der Wachstumsmärkte haben das operative Ergebnis im vergangenen Jahr gedämpft. Als Wachstumsmärkte bezeichnet der weltweit zweitgrösste Lift- und Rolltreppenhersteller in erster Linie die Länder Asiens. Heute werden sieben von zehn Aufzügen in Asien verkauft und nur drei im Rest der Welt , schreibt Schindler.

Fokus auf Asien

Dem will der Konzern, der bereits sehr früh in Asien präsent war, auch künftig Rechnung tragen. Als im September vergangenen Jahres angekündigt wurde, dass der Konzernchef Jürgen Tinggren durch Silvio Napoli ersetzt wird, wurde die reichhaltige Erfahrung des Nachfolgers in Asien als entscheidend für dessen Wahl bezeichnet.

Am Ende dieses Jahrhunderts werde Europa knapp 4 Prozent der Weltbevölkerung stellen, während es 1900 noch 20 Prozent gewesen seien, schreibt Verwaltungsratspräsident Alfred N. Schindler im Geschäftsbericht. Vor diesem Hintergrund sei die Expansionsstrategie zu würdigen - selbst wenn sich diese auf das Betriebsergebnis auswirkt.

In China will Schindler vermehrt Aufzüge für günstige Wohnungen verkaufen. Um dieses neue, grosse Marktsegment zu erschliessen habe man den Aufzug Schindler 3600 für den kostengünstigen Wohnungsbau auf den Markt gebracht, heisst es im Geschäftsbericht.

Umsatz gestiegen

Trotz der starken Expansionsbestrebungen in Asien erwirtschaftet Schindler noch immer den grössten Teil des Umsatzes in Europa. Hier stiegen die Verkaufserlöse - bedingt durch die schwierige Wirtschaftslage - im vergangenen Jahr nur leicht an.

Dass der Umsatz insgesamt um 6,7 Prozent auf 8,8 Mrd. Fr. stieg, verdankt der Konzern vor allem dem starken Wachstum in China und Indien. Auch Nord- und Südamerika hätten einen erfreulichen Beitrag zum Umsatzwachstum geliefert, schreibt Schindler.

Gewinn um einen Drittel eingebrochen

Einen Einbruch um mehr als einen Drittel musste Schindler beim Konzerngewinn hinnehmen, was massgeblich durch einen Millionenabschreiber in Südkorea bedingt war. Der Konzern machte im vergangenen Geschäftsjahr einen Überschuss von 463 Mio. Franken, 36,6 Prozent weniger als 2012.

Ohne den Millionenabschreiber im Zusammenhang mit der Beteiligung bei Hyundai hätte ein Gewinn von 682 Mio. Fr. herausgeschaut. Auch damit wäre Schindler noch hinter dem Vorjahresgewinn von 730 Mio. Fr. zurückgeblieben, jedoch nur um 6,6 Prozent.

Schindler ist mit rund 31 Prozent am südkoreanischen Lifthersteller Hyundai Elevator beteiligt. Das Unternehmen nahm - gegen den Willen Schindlers - Kapitalerhöhungen vor, die zu einem tieferen Aktienwert und einer Wertberichtigung bei Schindler führten. Die Abschreibungen für 2013 betrugen insgesamt 219 Mio. Franken.

Aktien verlieren an Wert

An der Börse liessen die schlechten Gewinnzahlen den Kurs der Schindler-Aktien einbrechen. Bis kurz vor 10.30 Uhr verloren die Aktien 3,9 Prozent an Wert, während der Gesamtmarkt gemessen am SLI um 1,7 Prozent rückläufig war.

14.2.2014

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde