Arbeiter von BMW-Garage Kurt Steiner sammeln Quartiergüsel auf

Jeden Tag sammeln Mitarbeiter der BMW-Garage Kurt Steiner im Fluhmühlequartier den Abfall auf. Dafür wurde die Autogarage am Neujahrsapéro des Luzerner Stadtrats geehrt.

Es gibt noblere Adressen in Luzern als das Quartier Fluhmühle-Lindenstrasse. Hier sind die Häuser hoch, die Mieten tief, die Lindenstrasse berüchtigt, die Leute bodenständig. Die Bars werden langsam trendy, die Szene entdeckt das Quartier, kürzlich fand dort mit grossem Erfolg ein Street-Food-Market statt. Und mittendrin steht die BWM/Mini-Garage Kurt Steiner AG, die dort seit Jahrzehnten die Premiummarke BMW verkauft.

Die Garage ist mit dem Quartier tief verbunden und setzt sich für dieses ein, hat der Stadtrat jetzt festgestellt: Beim Neujahrsapéro des Stadtrates, wo jeweils Personen und Institutionen für ihr Engagement fürs Gemeindewohl in der Stadt gewürdigt werden, hat Stadtpräsident Stefan Roth am Mittwoch auch die Garage Kurt Steiner AG für deren Verdienste in der Fluhmühle mit einer Laudation geehrt. «Wir waren überrascht. Mit dieser Würdigung haben wir nicht gerechnet», sagt Paul Gabriel, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Kurt Steiner AG. Grund der Würdigung: Die Kurt Steiner AG hilft mit, das Quartier sauber zu halten. Jeden Tag macht ein Mitarbeiter vor der Znünipause eine rund halbstündige Tour durch das Fluhmühlequartier und sammelt dabei den Güsel vom Boden auf. Beim Rundgang wechseln sich die Mitarbeiter jeweils ab.

«Für uns ist das alltäglich», sagt Gabriel. Die Firma befindet sich seit 80 Jahren im Fluhmühlequartier. «Das Quartier ist unser Daheim, wir sind gerne hier und fühlen uns hier zuhause – deshalb machen wir das auch.» Man wolle damit auch den Anwohnern aus dem multikulturellen Quartier etwas zurückgeben. «Den Bewohnern und auch uns soll es hier wohl sein.» Um dem Littering-Problem beizukommen, hat die Firma laut Gabriel zusätzliche Güselkübel aufgestellt.

BMW wünscht Umzug

Ganz selbstlos ist die Putzpatrouille der Autogarage nicht, räumt Gabriel ein: «Natürlich ist da auch viel Eigennutz dabei, wir geniessen die saubere Umgebung natürlich selbst auch.» Und auch den Kunden soll dies Freude bereiten. «Man kann die Premiummarke BMW auch in älteren Räumlichkeiten anbieten – Sauberkeit ist jedoch Pflicht.» Der Importeur BMW würde es denn allerdings begrüssen, wenn die Garage Kurt Steiner die Autos anderswo als im Multikulti-Quartier präsentieren würde, am liebsten auf einer Neubau auf einer grünen Wiese, sagt Gabriel. Dies lehne man aber ab: «Wir geniessen die urbane Situation hier und wollen auch weiterhin hier bleiben.»

Neben dem Putzdienst stellt die Garage jeweils am Wochenende ihren Mitarbeiter-Parkplatz für die Bevölkerung zur Verfügung. «Die Fläche wird am Samstag und Sonntag von uns nicht benutzt und soll deshalb in dieser Zeit für die Bevölkerung zur Verfügung stehen.» Besonders von Kindern aus dem Quartier werde der Platz für Spiele rege genutzt.

Quelle: 20Minuten

8.1.2016

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde