Autostopper per SMS warten nur vier Minuten

Erfolg für das Mitfahrsystem Taxito: Vor erst rund einem Jahr im Luzerner Hinterland gestartet, gibt es den SMS-Autostopp inzwischen auch in der Westschweiz und in Frankreich. Das System funktioniert so: Vorbeifahrende Autofahrer können Personen mitnehmen, die an speziellen Taxito-Points per SMS ihr gewünschtes Fahrziel aufleuchten lassen. Autofahrer sehen die Destination der Taxito-Autostöppler und können den Fahrgast gegen eine kleine Entschädigung zu seinem Ziel führen. Der Fahrgast quittiert die Mitnahme, indem er die Autonummer ebenfalls per SMS ans System meldet.

Der Verkehrsverbund Luzern (VVL) will damit die Mobilität in dünn besiedelten Gebieten steigern. Eine Fahrt kostet derzeit pauschal zwei Franken, der Fahrer erhält davon die Hälfte.

Bevor der VVL das neue Taxito-Mitfahrsystem in den Luzerner ÖV einführt und auf weitere Regionen ausweitet, geht das Pilotprojekt nun für weitere Erkenntnisse in eine zweite Versuchsphase, die bis Dezember 2017 läuft.

Im Durchschnitt zwei Passagiere pro Tag

Eine erste Auswertung des Pilotprojekts hat laut VVL ergeben, dass die erstmalig eingesetzte Technik funktioniert und bei den Behörden und der Bevölkerung positiv ankommt. «Täglich wird Taxito von rund zwei Personen genutzt. Im Jahr 2016 musste der Fahrgast mit einer erstaunlich kurzen Wartezeit von 4 Minuten rechnen», sagt Martin Beutler, Geschäftsführer von Taxito.

Taxito schafft Sicherheit

«Unser Erfolgsrezept ist, dass Taxito ohne Registrierung sowie ohne Voranmeldung genutzt werden kann. Wir suchen die Nähe zu den Leuten in den Gemeinden, um Mobilitätslücken zu schliessen und um den ÖV zu stärken. Im Gegensatz zum klassischen Autostopp bieten wir Sicherheit», sagt Beutler. Wenn der Fahrgast eine SMS schickt, wird er im Taxito-System gespeichert. «Bevor der Passagier in ein Auto einsteigt, teilt er uns die Autonummer mit. Damit schaffen wir Vertrauen, da wir beide Taxito-Teilnehmer aus dem System heraus erkennen können», so Beutler. Negative Folgen für den öffentlichen Verkehr gibt es laut VVL nicht.

90 Prozent der Nutzung via SMS

In der zweiten Phase des Pilotversuchs geht es darum herauszufinden, «wie zusätzliche Fahrgäste und Fahrer gewonnen werden können», sagt Yvonne Schuler, Geschäftsführerin des VVL. Dazu wird laut Beutler die Technik laufend optimiert, damit die Teilnehmer auch untereinander via App besser kommunizieren können. Obwohl die Benutzung des Apps günstiger ist, läuft 90 Prozent der Taxito-Nutzung via SMS. Beutler: «Unter den Passagieren gibt es auch ältere Leute, die eher SMS als eine App benutzen.» Die Integration in den ÖV soll weiter verbessert werden, indem das Mitfahsystem in Zukunft auch Monats- oder Jahresabos anbietet.

Ausweitung auf weitere Regionen und ins Ausland

Das Mitfahrsystem von Taxito bietet inzwischen den Mitfahrdienst auch in Grossdietwil, La Chaux‐de‐Fonds, Le Locle und in der französischen Gemeinde Morteau an. «Das Gebiet rund um den Kanton Genf soll ebenfalls abgedeckt werden. Eine Angebotserweiterung in Frankreich ist bereits in Planung. Auch Deutschland zeigt Interesse», sagt Beutler.

Nach der zweiten Testphase entscheidet der Vebundrat des VVL Ende Sommer 2017, ob Taxito im Kanton Luzern auf den ordentlichen Fahrplanwechsel vom Dezember 2017 eingeführt wird.

Quelle: 20Minuten

22.5.2016

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde