Baarer sagen Nein zu «Mini-Manhattan»

Projekt Unterfeld Baar-Zug

Projekt Unterfeld Baar-Zug

Bild ZVG Projekt Unterfeld

Zwischen Baar und Zug sollte mit dem Projekt «Unterfeld» eine Mini-Version von Manhattan entstehen. Obwohl Zug Ja sagte, ist das Projekt durch das Nein der Baarer vorerst vom Tisch.

Ein grosser Abstimmungssonntag in Baar und Zug: Die zwei Städte haben darüber abgestimmt, ob im Areal Unterfeld zwischen den beiden Gemeinden eine Mini-Version des New Yorker Stadtteils Manhattan entstehen soll. Während die Stadtzuger den Bebauungsplan knapp angenommen haben, wurde er von den Baarer Stimmberechtigten abgelehnt. Dadurch wird auf der Grenze zwischen Baar und Zug eines der bedeutendsten Bauprojekte des Kantons vorerst nicht realisiert.

Geplant waren auf den rund 5,5 Hektaren 700 Wohnungen und Geschäfte in 15 Gebäuden – einige davon bis zu 60 Meter hoch. Ebenso sollte es neben neuen Kindergärten, einer Kita und mehr als 500 Parkplätzen auch einen kleinen «Central Park» mit viel Grünfläche und einem künstlichen See in der Mitte der Hochhäuser geben. Das Projekt hätte rund 270 Millionen Franken gekostet.

In der Stadt Zug stimmten 4880 Stimmberechtigte Ja und 4775 Nein, bei einer Stimmbeteiligung von 58,56 Prozent. In Baar wurde der Bebauungsplan mit nur 60 Stimmen Unterschied abgelehnt: 3620 stimmten Nein, 3560 legten ein Ja in die Urne. Bei der dazugehörigen Teilrevision des Zonenplans und der Bauordnung jedoch stimmte die Gemeinde Ja: 3708 Baarer waren dafür, 3441 dagegen. Die Stimmbeteiligung in der Gemeinde betrug 51,42 Prozent.

«Ich bin aus allen Wolken gefallen»

Bei der Alternative – die Grünen der Stadt Zug (ALG) ist die Freude über das knappe Resultat gross. «Die gewaltigen Hochhäuser wären für das Ortsbild von Zug und Baar viel zu wuchtig gewesen», teilen sie mit. «Auch hatte das Verkehrskonzept eine zu starke Ausrichtung auf dem motorisierten Verkehr, ein Kollaps des Verkehrsnetzes wäre zu befürchten gewesen. Zudem wurde eine gute Anbindung an das Velo und den ÖV zu wenig beachtet.»

Das Ergebnis der Abstimmung ist auch für die SP Stadt Zug eine erfreuliche Nachricht: «Wir sind sehr erfreut darüber, dass die Baarer abgelehnt haben. Zwar sagen wir Ja zu preisgünstigen Wohnungen, aber die Dimension des Projekts wäre ein neuer und zu grosser Massstab gewesen», sagt Präsidentin Karin Hägi.

Anders sieht das Dolfi Müller, Stadtpräsident von Zug und ebenfalls Mitglied der Stadtzuger SP: «Ich bin aus allen Wolken gefallen, als ich von den Abstimmungsresultaten aus Baar erfahren habe. Eigentlich hätte ich gedacht, dass sie den Sack zumachen werden», sagt er. «Ich habe fest damit gerechnet, dass wir es schaffen werden, wenn auch nicht glorios. Dass das Resultat aber so knapp ausfiel, könnte auch an der Komplexität der Abstimmung gelegen haben.»

Zukunft ist noch ungewiss

Wie es mit dem Areal Unterfeld künftig weitergehen wird, könne noch nicht definiert werden. Weil beide Gemeinden Kostenträger des Projektes sind, kann es passieren, dass zwei unabhängige Projekte entstehen werden, sagt Hägi. Die Stadt sei dazu verpflichtet, innerhalb von drei Jahren etwas für das Areal zu unternehmen. Entscheidend für das Projekt bleibe aber die Bewilligung des Grundeigentümers.

Das Grossprojekt sollte von der Korporation Zug, Implenia und anderen Projektpartnern realisiert werden.

Quelle: 20Minuten

13.2.2017

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde