Brauerei Luzern zeigt wie Marketing geht

Doppelradler der Brauerei Luzern

Doppelradler der Brauerei Luzern

Bild ZVG Brauerei Luzern

Mit dem «Doppelradler»-Bier landete die Brauerei Luzern einen Social-Media-Hit. Ruckzuck war es ausverkauft: Man hätte gar das Dreifache der Jahresproduktion verkaufen können.

Was zuerst bloss ein Scherz war, wurde schnell ernst: Im Zuge der Doppeladler-Affäre der Nati postete die Brauerei Luzern ein Rezept für den sogenannten «Doppelradler» – inklusive eigens gestalteter Etikette, auf der die Doppeladler-Geste zu sehen ist.

Die Reaktionen waren derart positiv, dass sich die Brauerei dazu entschied, das Sonderbier tatsächlich zu verkaufen – und das «Doppelradler» ging weg wie warme Weggli: «Die 100 Kisten, die wir produzieren konnten, waren innerhalb kürzester Zeit reserviert», sagt Geschäftsführer David Schurtenberger zu Zentralplus.

Nachfrage war riesig

Beim Rampenverkauf habe man immer wieder Personen enttäuschen müssen, die nach dem Sonderbier dürsteten. Mehr konnte man nicht produzieren: «Es war ein sehr guter Sommer und wir hatten schlicht nicht mehr Kapazität zu der Zeit», so Schurtenberger zum Onlineportal.

Der Geschäftsführer schätzt grob, dass man ungefähr das Dreifache der Jahresproduktion hätte verkaufen können. Und das ist nicht wenig: «Unsere diesjährige Produktionsmenge wird bei rund 2500 Hektolitern liegen», sagt er auf Anfrage. «Wir haben Anfragen von Getränkehändlern aus Pristina oder Tirana erhalten.»

Polizei war beim Rampenverkauf

Neben vielen positiven Reaktionen – die Brauerei erhielt über 600 Emails zum Thema – hätte das Sonderbier aber auch negative Reaktionen ausgelöst: «Es waren nur ein paar wüste Mails. Auch die gehen einem nahe.» Telefonisch seien sogar eine konkrete Drohung eingegangen: «In einem Fall wurde mit Gewalt gedroht. Da wurde es unangenehm.» Schurtenberger wollte Angestellte und Kunden schützen. Der Brauerei-Mitgründer kontaktierte deshalb die Polizei: Beim ersten Rampenverkauf sei eine Patrouille in der Nähe gewesen.

Auch nach dem Hype kriegt die Brauerei immer noch Anfragen. Weitere «Doppelradler» wird es aber nicht geben: Man wolle weder Menschen provozieren, noch Bier für eine bestimmte Gruppe, Partei oder Szene produzieren.

Trotzdem werde man auch in Zukunft Sonderbiere lancieren und scherzhafte Etiketten auf dem Gerstensaft anbringen: «Das werden wir mit Sicherheit in Zukunft wieder machen, wenn sich eine passende Gelegenheit bietet.»

Quelle: 20Minuten

4.10.2018

Fällt im Oktober das Laub sehr schnell, ist der Winter bald zur Stell'.