Bürgenstock-Resort: Inländische Arbeiter – oder kein Geld fürs Schiff

Bürgenstock Resort

Bürgenstock Resort

Bild ZVG Kanton Nidwalden

Der Kanton soll den Beitrag ans Shuttle-Schiff zum Bürgenstock zurückhalten bis das Resort aufzeigt, wie möglichst viele Inländer angestellt werden können: Das fordert die SP.

Das stört SP-Kantonsrat David Roth gewaltig: «Damit würde der Bürgenstock zu einem Paradebeispiel dafür, dass die wirtschaftliche und touristische Entwicklung an der Bevölkerung vorbei geht, während arabische Investoren Geld verdienen und gutbetuchte Touristen sich in Luzern und der Zentralschweiz vergnügen.»

Geld soll eingefroren werden

In einem Vorstoss fordert er deshalb eine Sistierung der 625'000 Franken, welche der Kanton für ein neues Shuttle-Schiff zwischen Luzern und Bürgenstock bereitstellen will. «Nach Angaben des RAV sind alleine im Kanton Luzern 500 Personen im Gastgewerbe auf Stellensuche. Vor diesem Hintergrund ist es absolut stossend, wenn sich der Kanton finanziell an der Entwicklung des Resorts beteiligt, indem er das Schiff mit einem zinslosen Darlehen unterstützt», heisst es im Postulat.

Bevor das Geld fliesse, müsse das Bürgenstock-Management aufzeigen, wie es möglichst viele inländische Arbeitskräfte anstellen wolle, so Roth im Postulat weiter. Denn: «Der Verdacht liegt nahe, dass der Hauptgrund für die Schwierigkeit, inländische Arbeitskräfte zu finden, die zu tiefe Entlöhnung der Angestellten ist.»

Roth sieht keinen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften

Der Sprecher des Resorts, Raphael Amrein, sagt im 20 Minuten-Interview: «Unsere Bemühungen, Schweizer Angestellte zu finden, sind sehr gross. Doch leider gehen wir davon aus, dass wir in der Schweiz zu wenig gut ausgebildetes Personal finden werden.» Man habe auch Jobs beim RAV ausgeschrieben, jedoch habe sich noch niemand beworben. Das zeigt laut David Roth vor allem eines: Das gebotene Gehalt ist zu tief. Er denkt nicht, dass es in der Schweiz einen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften gibt: «Sie sind aber nicht bereit, für den angebotenen Lohn zu arbeiten.»

Support erhält Roth von ungewöhnlicher Seite: «Ich bin grundsätzlich mit dem Postulat einverstanden da es die Anliegen der Masseneinwanderungs-Initiative aufnimmt – Inländer zuerst», sagt Guido Müller, SVP-Fraktionschef im Luzerner Kantonsrat, auf Anfrage. Die Betreiber des Resorts hätten der lokalen Bevölkerung Arbeitsplätze und wirtschaftliches Wachstum versprochen – da könne es nicht sein, dass bis zu 80 Prozent der künftigen Angestellten im Ausland rekrutiert würden.

25.11.2016

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde