Casa d’Italia Luzern droht der Verkauf

Casa d'Italia Luzern

Casa d'Italia Luzern

Bild ZVG Stiftung Casa d'Italia Luzern

Schlechte Aussichten für die Genossenschaft «Casa d’Italia Lucerna». Sie hat ihr Ziel verfehlt, die nötigen Eigenmittel für den Kauf der Liegenschaft an der Obergrundstrasse 92 zusammenzubringen. Es fehlt noch immer über eine halbe Million Franken. Jetzt droht der Verkauf.

«Wenn die Casa d’Italia jetzt an einen Immobilien-Spekulanten verkauft wird, droht das kulturelle Herz der Geschichte der italienischen Immigranten der Zentralschweiz für immer verloren zu gehen», betont Ippazio Calabrese. Er ist einer der Mit-Initianten der «Cooperativa Casa d’Italia» und Präsident der Genossenschaft. «Das Haus gehört zur über 100-jährigen Geschichte der italienischen Immigranten in der Zentralschweiz, man darf es nicht einfach aus finanziellen Gründen verscherbeln.»

1939 kaufte der italienische Staat die Villa an der Obergrundstrasse 92. Jahrzehntelang befanden sich im Haus der Sitz des italienischen Konsulats, sowie weitere Vereine. In der Villa befand sich auch ein Kindergarten, der von Schwestern geführt wurde. Vor 18 Jahren wurde das Konsulat geschlossen. 2016 erhielten alle bisherigen Nutzer die Kündigung.

Der bevorstehende Verkauf der Liegenschaft «Casa d’Italia» löste grosse Betroffenheit bei den Italienern der Zentralschweiz aus. Sie gründeten die Genossenschaft «Casa d’Italia Lucerna» mit dem Ziel, das Gebäude zu kaufen und dort ein Zentrum für italienische Kultur, für Weiterbildung und interkulturelle Begegnung sowie für Ausstellungen einzurichten.

Wie hoch liegt der Marktwert?

Doch jetzt drohen die Pläne zu scheitern. «Wir schätzen den Marktwert der Villa auf 2 bis 2.5 Millionen Franken,» meint Ippazio Calabrese. Doch der italienische Staat will dafür mindestens 3.39 Millionen Franken und stützt sich dabei auf die Schätzungen eines Zürcher Immobilienberaters.

Der Genossenschaft «Casa d’Italia» fehlen rund 815’000 Franken. «Wir suchen händeringend eine Institution, die uns dieses Geld als zinsloses Darlehen vorschiesst», so der Präsident der Genossenschaft. «Wenn wir es bis im September nicht schaffen, dem italienischen Staat ein Angebot zu machen, wird die Villa wohl an einen Immobilien-Investor verkauft.»

2.7.2018

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