Chamerin M.G. lockt Trickbetrüger in die Falle

Enkeltrick

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Bild ZVG Postbank Deutschland

«Evi» bat eine 59-jährige Chamerin am Telefon um 20'000 Franken; sie habe einen Unfall gehabt. Die Chamerin übergab schliesslich einem Boten das Geld. Doch sie war nicht allein.

Eine 59-jährige Frau meldete am vergangenen Dienstag der Zuger Polizei, dass sie soeben einen Telefonanruf von einer unbekannten Frau erhalten habe. Fahnder der Polizei rückten unverzüglich an den Wohnort der Frau aus und betreuten diese. «Bei diesen Fahndern handelt es sich um speziell psychologisch geschulte Leute», sagt Frank Kleiner, Sprecher der Zuger Polizei. Dies sei nötig, weil auch die Täter in Sachen Psychologie sehr gut geschult seien. Kleiner: «Sie üben nicht selten grossen Druck auf ihre potentiellen Opfer aus.»

Zweiter Anrufer untermauerte das «Märchen»

Die Enkeltrickbetrügerin, die sich am Telefon unter dem Namen «Evi» ausgab, gab an, sie sei eine Verwandte aus Deutschland und benötige nach einem Autounfall dringend 20'000 Franken. Das Geld sei für die Reparatur der beiden involvierten Autos nötig. In der Folge kam es zu mehreren Telefongesprächen zwischen dem vermeintlichen Opfer und der unbekannten Betrügerin. Am Mittwoch setzten die Enkeltrickbetrüger noch einen drauf: Um die Geschichte glaubhafter zu machen, rief bei der Chamerin auch noch der angebliche Werkstattleiter an, um das Märchen mit dem Unfall und den Reparaturkosten zu bestätigen.

Täter soll in Untersuchungshaft genommen werden

Bei einem späteren Anruf erklärte «Evi» der Chamerin M.G., dass sie das Geld leider nicht persönlich abholen könne. Ein guter Freund werde dies für sie übernehmen. «In enger Absprache mit unseren Spezialisten befolgte das potentielle Opfer die Anweisungen und übergab das vorbereitete Couvert vor ihrer Liegenschaft einem unbekannten Mann. Danach klickten die Handschellen.» Beim Verhafteten handelt es sich um einen 23-jährigen Polen. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug wird beim Zwangsmassnahmengericht Antrag auf Untersuchungshaft stellen.

Oberstes Gebot hat die Sicherheit des Opfers

Viel Lob hat Kleiner für das Verhalten des vermeintlichen Opfers: «Sie hat von Anfang an sehr gut reagiert und nach dem ersten Anruf sofort die Polizei informiert. Dank ihrem Verhalten und dem Einsatz der Spezialisten ist es gelungen, den Geldboten zu verhaften und damit Schlimmeres zu verhindern.» Die Spezialisten der Zuger Polizei waren immer bei der Frau anwesend, wenn das Telefon klingelte. So sei es möglich gewesen, ein Vertrauensverhältnis zwischen der Frau und den Polizisten aufzubauen. «Bei dieser Zusammenarbeit gibt immer das vermeintliche Opfer den Takt an. Es muss der betroffenen Person wohl sein und ihre Sicherheit hat oberstes Gebot», sagt Kleiner weiter. Wäre sich die Frau nicht so sicher gewesen, hätte die Geldübergabe auch in letzter Minute platzen können.

Jüngere sollen Ältere informieren

Kleiner warnt vor weiteren Enkeltrickbetrügern: Auch andere Bewohner in Zug hätten sich in den letzten Tagen vorbildlich verhalten. Auch sie haben von angeblichen Bekannten oder falschen Polizisten Anrufe erhalten, sind aber nicht darauf eingegangen und haben das Gespräch sofort beendet. Kleiner: «Wir rufen besonders auch die jüngere Generation dazu auf, die Senioren im persönlichen Umfeld über diese Betrugsmaschen zu informieren.» Die Jungen sollen ihren älteren Mitmenschen erklären, dass sie Anrufe von Unbekannten sofort beenden und die Polizei via Notruf 117 alarmieren sollen.

Quelle: 20Minuten

23.2.2018

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