Ebikoner Wasserversorgung von Hackern angegriffen

Hacker haben die IT-Infrastruktur der Wasserversorgung der Gemeinde Ebikon angegriffen. Vergeblich: Das System konnte den Angriff abwehren.

Mehrere tausend Mal wurde die Software der Wasserversorgung Ebikon im November von bösartigen Anfragen aus London und Korea angepinnt, teilte die Gemeinde am Mittwoch mit.

Es habe sich um Eindringungsversuche ins Netzwerk gehandelt, das etwa Pumpen steuere, Reservoire überwache und bei Wasserdiebstahl Alarm schlage. «Die Motivation für den Angriff ist uns nicht bekannt», sagt Roland Beyeler, Kommunikationsbeauftragter der Gemeinde.

Es sei jedoch kein gezielter Angriff auf die Wasserversorgung gewesen: «Bei solchen Angriffen werden jeweils verschiedenste Systeme angegriffen.» Die Hacker würden es an etlichen Zielorten versuchen und erst wenn sie bei einem Angriff Erfolg haben schauen, was es im betroffenen System zu holen gibt.

Zusätzliche Sicherheitsmassnahmen ergriffen

Dank der sehr guten Verschlüsselung der Software hatten die Angreifer in Ebikon aber keinen Erfolg. «Das System hat den Angriff registriert und sofort gemeldet.» Der Systembetreiber habe die IP-Adressen der Hacker zurückverfolgen und so den Ursprungsort ermitteln können. Es sei der erste Angriff in dieser Art.

In Ebikon freut man sich über den abgewehrten Angriff: «Das hat bestätigt, dass wir mit dem modernen System vor Angriffen gut geschützt sind.» Trotzdem hat die Gemeinde nun die Sicherheitsstufe weiter erhöht: «Wir haben dies unmittelbar nach dem Angriff analysiert. Das System wird zwar den Anforderungen gerecht, wir haben aber nun zusätzliche Massnahmen ergriffen, um die Sicherheit noch weiter zu erhöhen», sagt Beyeler.

Umstellung auf manuellen Betrieb im Notfall

Bei der autonomen Steuerung handle es sich um das neuste Betriebssystem in Europa. Wäre trotz der Sicherheit ein Hacker erfolgreich, könnten die Betreiber das System herunterfahren und die Anlagen manuell bedienen. «Die Wasserversorgung könnte nicht fremdgesteuert werden. Wir könnten in einem solchen Fall auf den manuellen Prozess umstellen und die Wasserversorgung weiterhin gewährleisten.»

Ebikon versorgt 26'500 Personen mit Wasser. Angeschlossen sind weitere Gemeinden, etwa Adligenswil, Buchrain oder Dierikon. Zudem liefert Ebikon Notwasser nach Root.

20.12.2018

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