Ende Blitz für fixe Zuger Radarkästen

Im Kanton Zug ist auch die letzte stationäre Radaranlage verschwunden: Die Polizei setzt nun auf semistationäre Modelle. Das stört manche Anwohner.

Aus für fix montierte Radarkästen: Die Polizei arbeitet künftig mit drei semistationären Blitzern, die an verschiedenen Orten aufgestellt werden können.

Doch dies kommt nicht bei allen gut an. Denn dort wo bisher die installierten Blitzer montiert waren, fürchten nun Anwohner um die Verkehrssicherheit.

Anwohner ärgern sich

Besonders die Anwohner in Cham ärgern sich über den fehlenden Blitzkasten. «Das ist eine Sauerei, dass der Blitzkasten an der Sinserstrasse abgebaut wurde», sagte ein Anwohner gegenüber Zentralplus.

Der Blitzer habe die Schüler, die dort täglich einen Zebrastreifen überquerten, beschützt. Auch ein weiterer Anwohner fragt sich, «wie jetzt die Sicherheit der Schüler beim Fussgängerübergang in Zukunft garantiert wird»: Hätten die Fahrer den Blitzer passiert, würden sie aufs Gas treten. «Vielleicht sollte man über Schwellen nachdenken, um die Sicherheit zu erhöhen», meint er. Es sei unbegreiflich, warum der Standort plötzlich kein Hotspot mehr sein soll.

Verkehrssicherheit als Ziel

«Die abgebauten Radaranlagen werden nicht mehr in Betrieb genommen – auch nicht an neuen Standorten. Diese werden durch die drei semistationären Anlagen ersetzt», sagt Sandra Peier, Sachbearbeiterin Kommunikation der Zuger Polizei, zum Onlineportal.

Viele Zuger Autofahrer seien an diesen Standorten automatisch langsamer gefahren, da sie wussten, dass ein Blitzer installiert war – selbst dann, wenn diese nicht «scharf» waren. Oft seien nur auswärtige Temposünder erwischt worden, weil sie nicht ortskundig waren.

«Ziel der Geschwindigkeitskontrollen der Zuger Polizei ist die Verkehrssicherheit», erklärt Peier. Mit den semistationären Anlagen könne die Polizei Schwerpunkte setzen und flexibler auf dem ganzen Kantonsgebiet agieren.

Ziel sei es nicht, darauf zu warten, bis sich ein Unfallschwerpunkt bildet, sondern frühzeitig und präventiv zu reagieren. «So können die Anlagen punktuell bei Unfallhotspots, sensiblen Strassenabschnitten wie Schulwegen und Ähnlichem eingesetzt werden», so Peier.

Fahrer sollen wissen, dass es Kontrollen gibt

«Semistationäre Anlagen haben den Vorteil, dass man sie an neuralgischen Stellen einsetzen kann», sagt dazu Stefan Krähenbühl von der Stiftung für Verkehrssicherheit Roadcross Schweiz. Auch bei semistationären Geräten könnten Pendler sich zwar merken, wo diese stehen. Aber: «Unterm Strich ist der Überraschungsmoment grösser. Das ist positiv für die Verkehrssicherheit.» Der Sinn der Kontrollen sei nicht, dass das Tempo an einer bestimmten Stelle eingehalten wird, sondern überall. Dafür müssten Kontrollen auch unangekündigt stattfinden können.

«Dort, wo feste Radaranlagen installiert sind, wird das Tempo eingehalten. Solche Anlagen könnte man auch stehen lassen», sagt Roland Wiederkehr, Präsident der Stiftung Carecross. Dass die stationären Anlagen abmontiert wurden, findet er nicht gut – auch wenn Ortskundige an jenen Stellen nur verhältnismässig selten in die Falle tappten. Die Demontage diene der Verkehrssicherheit nicht.

«Man könnte mit einigem Abstand zum stationären Radargerät eine fliegende Kontrolle durchführen», sagt der ehemalige Nationalrat weiter. So würden jene Temposünder erwischt, die im Bereich der Radarkästen nur kurz die Geschwindigkeit drosseln. Wiederkehr: «Wichtig ist, dass die Verkehrsteilnehmer wissen, dass Kontrollen gemacht werden.»

Quelle: 20Minuten

12.11.2018

Ich Du Wir

I'll just end up walkin' in the cold November rain (Guns n' Roses)