Entlastungsdienst vom SRK früh organisieren

Ältere, chronisch kranke oder behinderte Menschen in ihrer gewohnten Umgebung zu betreuen, bringt betreuende und pflegende Angehörige oft an ihre Grenzen. Der Entlastungsdienst des Schweizerischen Roten Kreuzes Kanton Luzern hilft mit, die anspruchsvolle Aufgabe zu erleichtern.

Frau Zweifel*, selbst hochbetagt, schaut zu ihrer etwa gleichaltrigen Schwester, die im selben Haus wohnt und an Demenz leidet. Ohne die Hilfe des SRK-Entlastungsdienstes wäre ein Heimeintritt unvermeidbar gewesen. Herr Gärtner* pflegt seine Partnerin, Frau Mayer*, die an Parkinson leidet. Sie braucht immer mehr Unterstützung, was Herrn Gärtner an die Grenze der Erschöpfung brachte. Seit sie sich einmal in der Woche den Entlastungsdienst gönnen, hat Herr Gärtner einen freien Nachmittag und Frau Mayer einen Wellnesstag, wie sie es ausdrückt. Die hochbetagte Frau Albisser wohnt alleine in ihrer Wohnung und wünscht sich nichts sehnlicher, als dies weiterhin tun zu können. Ihre drei Kinder möchten ihrer Mutter diesen Wunsch erfüllen und teilen sich, zusammen mit dem Entlastungsdienst, die Rundumbetreuung von Frau Albisser.

Diese Beispiele stehen stellvertretend für die Zahl der rund 250‘000 pflegebedürftigen älteren Menschen in unserem Land. Oft sind es Familienangehörige, die diese Aufgabe auf sich nehmen, die häufig mit psychischen und physischen Belastungen verbunden ist.

Viele reagieren zu spät

Das Schweizerische Rote Kreuz bietet im Kanton Luzern seit bald 20 Jahren mit den Entlastungsdiensten wertvolle Hilfe an – halbtags, stunden- oder tageweise, auch nachts und über mehrere Tage hinweg. Im Einsatz stehen ausgebildete Pflegehelferinnen und Pflegehelfer SRK, die ihre Aufgabe kompetent und einfühlsam erfüllen. Immer öfter sind die betreuenden Angehörigen selbst noch im Arbeitsprozess, was die Situation zusätzlich erschwert. Sie stellen fest, dass die Pflege der Angehörigen mehr als einen 100-Prozent-Job darstellt und auf die Dauer neben der eigenen Arbeit nicht ohne Unterstützung zu schaffen ist. Im Entlastungsdienst zeigt sich immer wieder, dass Kundinnen und Kunden häufig zu lange warten und sich erst melden, wenn ihnen alles über den Kopf wächst. Nicht selten ist die Situation dann bereits so weit fortgeschritten, dass es gar zu einer 24-Stunden-Betreuung kommt. Deshalb rät das Rote Kreuz: rechtzeitig Entlastung organisieren, um selber gesund zu bleiben.

Tag der betreuenden und pflegenden Angehörigen

Zum vierten Mal werden in der ganzen Schweiz verschiedene Aktionen durchgeführt, um am 30. Oktober pflegende Angehörige und ihre Leistungen sichtbar zu machen und wertzuschätzen. Das SRK Kanton Luzern macht an diesem Tag vor diversen Spitälern im Kanton auf die Entlastungsmöglichkeiten des Roten Kreuzes aufmerksam und sucht das Gespräch mit Besuchern und Betroffenen.

* Name geändert

Quelle: Schweizerisches Rotes Kreuz Kanton Luzern

20.10.2018

Fällt im Oktober das Laub sehr schnell, ist der Winter bald zur Stell'.