Ettiswil LU – Künstlicher See als Mekka für Wakeboarder

Die Wakeboard-Fans Bruno Zemp und Willi Bernet haben einen Traum: Eine Wakeboardanlage mit Shop, Restaurant, Campingplatz und Bungalows. Im 2500-Seelen Dorf Ettiswil im Luzerner Hinterland wollen sie diesen verwirklichen: dort soll bald ein künstlicher See aus dem Boden gestampft werden. Auf einer Fläche von sieben Hektaren – umgerechnet knapp zehn Fussballfelder – könnten dann Wakeboarder über den See fetzen. Geplant ist eine Länge von 250 Metern, eine Breite von 150 Metern und eine Tiefe von zwei Metern. Weiter soll eine Liftanlage entstehen, die bis zu acht Wassersportler auf einmal befördern kann. Laut den Organisatoren würde diese somit internationale Wettkampf-Anforderungen erfüllen. Auch die kleinen Gäste und Anfänger sollen nicht zu kurz kommen: Für sie ist gar ein zweiter Schlepplift geplant.

Wie der «Willisauer Bote» berichtet, rechnen die Initianten mit Anfangsinvestitionen von 2,7 Millionen Franken für die Errichtung der Anlage und des Betriebsgebäudes. Zusätzliche drei Millionen Franken sollen später für den Ausbau der Camping- und der Bungalow-Anlage aufgewendet werden. Zudem soll es zwei Vollzeit- und bis zu 15 Saisonstellen geben.

10'000 Besucher pro Jahr sollen kommen

Die Investitionen sollen sich dank vielen Besuchern lohnen. Bis zu 10'000 Besucher könnten laut den Initianten pro Jahr nach Ettiswil strömen. «Wir möchten verschiedene Altersgruppen ansprechen. Junge Sportler, die sich auf dem Wakeboard austoben wollen, aber auch Familien, welche einige Tage das Camping-Feeling geniessen möchten», sagt Willi Bernet, Mitinitiant von Wake & Camp gegenüber 20 Minuten. Laut Bernet geniesst der Wassersport starke Sympathien bei jungen Leuten – Tendenz steigend. «Viele Schweizer gehen nach Deutschland. Dort gibt es über 70 solcher Anlagen»,weiss er. Nicht so in der Schweiz: Gerade mal in Estavayer-le-Lac FR können begeisterte Wakeboarder per Schlepplift ihrer Leidenschaft frönen. Das Mega-Projekt soll dereinst gar internationale Austrahlungskraft gewinnen.

Gemeindepräsident befürwortet die Pläne

Vergangene Woche haben die Initianten Nachbarschaft und Anwohner über das geplante Projekt ins Bild gesetzt. Genauer informiert wird die Bevölkerung an der Ettiswiler Gemeindeversammlung vom 10. Dezember. Gemeindepräsident Peter Obi ist von den Plänen überzeugt: «Die Wakeboard-Anlage strahlt weit über die Region hinaus. Sie ist eine Chance für unsere Gemeinde und schafft Arbeitsplätze.» Der See werde Anziehungspunkt für Sportler und Menschen sein, die neben dem Sport und auch auf der Suche nach Naherholung seien.

Auf einen genauer Eröffnungstermin zur Wakeboardanlage möchte sich Mitinitiant Willi Bernet nicht festlegen. Nur so viel: «Bis 2017 soll Planungssicherheit herrschen.» Ab diesem Zeitpunkt solle es nicht mehr allzu lange dauern, bis die ersten Wakeboarder mit ihren Brettern über den See sausen.

30.11.2015

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde