Feuerwehren entdecken die Cold Water Grill Challenge

Feuerwehr Sarnen Cold Water Challenge

Viele Feuerwehren haben derzeit Spass mit der Cold Water Grill Challenge. Sie fordern sich gegenseitig dazu auf, eine Grillparty auf dem Wasser zu organisieren – und dies mit einem Video festzuhalten. Wird die Challenge bestanden, so kann die Feuerwehr drei weitere Feuerwehren nominieren. Nimmt die Feuerwehr die Challenge nicht an, so muss sie dem Herausforderer 50 Liter Bier spendieren.

Im Internet kursieren nun etliche Videos. Aufgefordert wurde auch die Stützpunkt-Feuerwehr Schwyz, wie der «Bote der Urschweiz» berichtet. Diese ist ganz originell aufgefahren: Mit dem Hubretter wurde Grillfleisch abgeholt, Bier wurde in den Einsatzfahrzeugen transportiert und in Brunnen stieg die Party auf einem Boot der Ölwehr, schreibt die Zeitung. Darauf stieg die Grillparty.

Entstanden ist ein lustiges Video, welches auf Youtube kursierte. Nach drei Tagen wurde der Clip jedoch gelöscht. Grund: Feuerwehrinspektor Urs Schönenberger hat von den Grill Challenge Wind bekommen: Er findet sie«grenzwertig» und unterstütze so etwas nicht. Sehr problematisch dabei findet er, dass bei einem solchen Einsatz das Blaulicht eingesetzt werde. Dies dürfe nur für den Ernstfall benutzt werden und nicht für eine Grillfahrt.

Bei der Gemeinde Schwyz heisst es: Man habe dies am Rande mitbekommen, finde es aber nicht gravierend. Dennoch will man der Sache auf den Grund gehen. Feuerwehrkommandant Thomas Gwerder ist über die grosse Aufregung nicht sehr erfreut, sagt aber: Er stehe zu dieser Aktion, «würde es nicht mehr machen», wie er sagt.

Die Schwyzer nominierten übrigens die Feuerwehren von Brunnen-Ingenbohl, Illgau und Einsiedeln für die Challenge: Alle haben abgelehnt.

Kameradschaft ist wichtig

Auch die Feuerwehr Sarnen liess es sich nicht nehmen, bei der Cold Water Grill Challenge mitzumachen. «Für mich ist es wichtig, Kameradschaft zu pflegen», sagt Kommandant René Kiser. Nominiert wurden sie von der Feuerwehr Schattenberg aus dem Wallis. Anstatt im Fluss oder im See die Grillparty steigen zu lassen, entschieden sie sich für ein selbst errichtetes Wasserbecken.

«Wir installierten eine kleine Pumpe in der Sarner Aa, welche das Wasser durch Schläuche in das Becken beförderte», sagt Kiser. Witzig dabei: «Wir installierten zwischen den einzelnen Schläuche sogenannte Wasserverdoppler», so der Kommandant. Dies als lustige kreative Idee, was natürlich einen Gag war. Im mit 30'000 Liter gefüllten Becken wurden dann Tische und Bänke sowie ein Grill aufgestellt.

Challenge stärkt Zusammenhalt

Der Feuerwehrinspektor der Kantone Nid- und Obwalden, Toni Käslin findet die Cold Water Grill Challenge eine gute Sache: «Die Feuerwehr arbeitet im Milizsystem, der Zusammenhalt ist sehr wichtig.» Dieser Zusammenhalt innerhalb der Feuerwehr sei bei diesen Events spürbar. Als negativ erachtet Käslin, «dass in einigen Filmbeiträgen das veraltete Klischee der Bier trinkenden Feuerwehr interpretiert werden könnte». Dass aber Materialien der Feuerwehr verwendet wurde, sei kein Problem. «Schläuche und andere Materialien wurden so verwendet wie bei einem ernsthaften Einsatz», sagt Käslin und fügt weiter an: «Die Einsatzbereitschaft muss gewährleistet sein.»

Quelle: 20Minuten

Video ZVG: Feuerwehr Sarnen

7.5.2018

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