Gestank am Reussteg in Luzern

Reussteg Luzern

Reussteg Luzern

Bild Joseph Birrer

Einen Kaffee am Reusssteg geniessen, den Blick über den Fluss und die Altstadt schweifen lassen, die Sonne geniessen und dann wird man plötzlich von einem penetranten Gestank in die Realität zurückgeholt.

Seit ein paar Wochen nimmt Chris Kontos, Geschäftsführer des Restaurants Ammos, den Gestank wahr. «Es riecht nach dem typischen Geruch von Fäkalien und Kanalisation», sagt Kontos. Dieser Gestank vermischt sich mit dem modrigen Geruch nach Feuchtigkeit, der von der Reuss her wahrzunehmen ist. Deshalb lässt sich nicht genau sagen, aus welcher Richtung der Mief kommt.

Gestank kommt schubweise

«Immer wieder weht ein schlechter Geruch über den Reusssteg», sagt Kontos. Der Gestank sei nicht immer bemerkbar. Er würde eher schubweise auftreten. Kontos weiss nicht, was die vorbeigehenden Leute davon halten. «Diese könnten die Nase über den Gestank rümpfen.» Kontos kann sich vorstellen, dass sich die Gäste aus diesem Grund ein anderes Restaurant aussuchen könnten.

Bisher hat er aber noch nicht bemerkt, dass ihm deswegen Gäste davongelaufen wären. Auch Beschwerden habe er noch keine erhalten. «Der frische Duft des Essens ist immer noch präsenter als der Gestank», so Kontos.

Noch kein Austausch mit der Stadt

Etwas dagegen machen kann Kontos nicht. «Als Laie weiss man nicht, was alles dahintersteckt.» Bisher hat er deswegen noch keinen Kontakt mit der Stadt Luzern aufgenommen. Kontos führt aber immer wieder Gespräche mit seinen Nachbarn: «Es hat sicherlich etwas mit dem Wetter und dem fehlenden Regen zu tun.» Denn der Gestank macht sich nur im Sommer breit.

Dies bestätigt auch Miriam Asanger, Bereichsleiterin Siedlungsentwässerung und Naturgefahren der Stadt Luzern, gegenüber Zentralplus. «Momentan läuft durch die Kanalisation nur sehr wenig Wasser, sodass Fäkalien und andere Feststoffe länger liegen bleiben. Geraten diese mit Luft in Kontakt, werden Gase durch den Abbau des organischen Materials freigesetzt.»

Wiederkehrendes Problem

Als der Abwasserkanal Krienbach im letzten Jahr saniert wurde, sei der Gestank noch viel schlimmer gewesen. Damals seien dem Restaurant mehrere Gäste davongelaufen. Kontos: «Es gab keinen Tag, an dem nicht alle zehn Minuten eine Gestankwelle kam.»

Auch Nikki Schwethelm, Inhaber des «Nix’s in der Laterne», hat mit dem Gestank seit letztem Jahr zu kämpfen. Er beschwert sich bei Zentralplus: «Man hat mir versprochen, dass der penetrante Geruch verschwindet, wenn der Kanal wieder zu ist. Aber das war wohl nichts.»

Quelle: 20Minuten

6.8.2018

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