Hunderte edle Oldtimer am Michaelskreuz-Rennen

Action am Rooterberg: Über 260 Oldtimerlenker nahmen am Michaelskreuz-Rennen teil. Das Spektakel liessen sich viele Autofans nicht entgehen.

14'378 – so viele Jahre haben alle Fahrzeuge, die am Wochenende am Michaelskreuzrennen dabei waren, gemeinsam auf dem Buckel. In sechs verschiedenen Kategorien düsten dabei rund 270 Oldtimer den Rooterberg hinauf. Über 3,42 Kilometer führt die Strecke von Root nach Michaelskreuz, 305 Höhenmeter galt es zu überwinden.

Auto-Nostalgiker fanden ein wahres Paradies: Rund 160 altehrwürdige Boliden fuhren mit. Chevrolet, Aston Martin, MG, Porsche, Maserati, Bugatti, Lotus – «für jeden ist etwas dabei», sagt Initiant Hans Bründler (65). Aber auch Töff- und Seitenwagen-Fans kamen beim Anlass auf ihre Kosten: Über 100 Fahrzeuge knatterten den Rooterberg hoch. So konnten die Zuschauer etwa auch eine 92-jährige britische AJS Big Port in Aktion bestaunen. Bründler: «Für die Zuschauer ist natürlich die Vielfalt wichtig. Viele kamen gar nicht mehr aus dem Staunen heraus.»

Die Zeit wurde am Bergrennen nicht gemessen. Trotzdem heizten die Fahrer mit ordentlicher Geschwindigkeit den Berg hoch. Wie schnell das sein kann sehen Sie im Video. Zudem konnten Mutige im modernen Renntaxi eine rasante Bergfahrt buchen.

«Es war einfach geil!»

Viele Teilnehmer stammen laut Bründler aus der Region. «Es hat aber auch Fahrer aus der ganzen Schweiz und dem angrenzenden Ausland», sagt er. Die Fahrer haben es genossen: «Es ist eine Superstrecke, die einem Rennfahrer alles bietet, was man gerne hat. Es hat sehr anspruchsvolle Passagen und es ist kurvenreich. Einfach genial», sagt Hermann Bucher (53), Carrossier aus Flüeli-Sörenberg. «Es war alles gut organisiert. Die Strecke ist wunderschön. Es war einfach geil!», sagt auch Bruno Knüsli (56) aus Hedingen.

Erstes Rennen nach den ersten Weltkrieg

Auch der Initiant selbst machte mit: Er steuerte ein Riley RMD Drophead Coupe, einen Roadster von 1950. «Für mich waren Oldtimer immer eine Faszination. Schon seit ich fahren kann», sagt er. Von ungefähr kommt seine Liebe zu den Oldies nicht: «Schon mein Grossvater war im Organisationskomitee des Rennens dabei.» In der Organisation stecke viel Herzblut, sagt Bründler. «Und sogar das Wetter machte mit: Zum Glück kann man sich nicht immer auf die Vorhersagen verlassen.»

Ins Leben gerufen wurde das Rennen bereits in den 20er-Jahren: Zwischen 1923 und 1933 fanden auf der historischen Bergstrasse zwischen Gisikon-Root und Michaelskreuz sechs Rennen statt. Damals starteten vorwiegend Töfffahrer. «Bei diesen Bergprüfungsfahrten wurden die Motoren getestet», sagt Bründler. «So wollte man herausfinden, ob die Motorräder überhaupt den Berg hinaufkommen.» Denn die Motorisierung von Töffs hatte nicht lange zuvor begonnen: Die Produktion des ersten seriell hergestellten Motorrads mit Benzinmotor begann 1894. Unter anderem wegen des zweiten Weltkrieges wurde das Rennen schliesslich wieder eingestellt. 2005 fand die erste Neuauflage statt. Seither wird das Rennen alle drei Jahre druchgeführt.

Quelle: 20Minuten

9.10.2017

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde