Illegaler Güsel - Luzerner missbrauchen Dräksack

Die gelben Dräksäke stehen an der Fasnacht in Luzern an allen Ecken. Das lädt offenbar viele ein, dort ihren normalen Hauskehricht zu entsorgen: Drei Tonnen illegaler Müll fällt so an.

Eine Stadt sieht gelb: Total 300 gelbe Dräksäke stehen an den Fasnachts-Hotspots in Luzern. Darin landen Verpackungsmaterial und auch mal ein Fasnachts-Hut, der nicht mehr gebraucht wird – normaler Abfall eben, der an den rüüdigen Tagen halt so anfällt. Das Ziel: Die vielen Dräksäke sollen Littering eindämmen und den sowieso schon überlasteten Mitarbeitern der Stadt das Saubermachen erleichtern.

Doch in den gelben Säcken landet nicht nur solcher Fasnachts-Güsel: «Es gibt chronische Kandidaten, die ihren normalen Haushaltsabfall sammeln und während der Fasnacht dann in unseren Dräsäken entsorgen», bestätigt Markus Lüchinger, Geschäftsführer der Recupero AG, welche die sogenannten Dräksak-Minimulden jeweils in der ganzen Stadt aufstellt. Der Anreiz der Güselsünder dürfte klar sein: Sackgebühr zu sparen. Gemäss Lüchinger seien die Steuerzahler die Leidtragenden, denn die Entsorgungsgebühren für diesen illegalen Abfall würden nach Gewicht dem städtischen Strasseninspektorat verrechnet.

«Es gibt immer Unverbesserliche»

Lüchinger schätzt, dass an der Fasnacht auf diese Weise bis zu drei Tonnel illegal entsorgter Hauskehricht zusammenkommt. Diesem Treiben schaut die Firma aber auch an der Fasnacht nicht einfach so zu: «Letztes Jahr haben wir im Auftrag der Stadt Luzern viele dieser privaten Abfallsäcke separiert und bereitgestellt für den Abfalldedektiv der Stadt Luzern.» So hätten schon Abfallsünder ausfindig gemacht werden können, diesen flattert dann eine Busse ins Haus. Seit der illegale Fasnachts-Müll an den Güseldetektiv weitergegeben wurde, habe sich die Situation an der Fasnacht etwas verbessert, «aber es gibt halt immer Unverbesserliche. Das ist leider so in der heutigen Gesellschaft, ich finde das bedenklich», sagt Lüchinger.

«Bei blauen Säcken fällt Güsel-Gebühr zwei Mal an»

Neben den illegalen schwarzen finden sich indes auch die blauen, offiziellen Gebührensäcke der Stadt Luzern zuweilen in den gelben Dräksäken. Das sei laut Lüchinger zwar legal, aber ebenfalls nicht gern gesehen: «Dieser Güsel in den blauen Säcken wird so zwei Mal nach dem Verusacherprinzip abgerechnet: Die Privatperson, die die blauen Säcke gekauft hat, zahlt – und dann nochmals mit der Entsorgungsgebühr auf Kosten des Strasseninspektorates.»

10.2.2016

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde