In Luzern sterben die Schuhgeschäfte aus

Der Schuhhandel in Luzern ist in der Krise: Am Hirschenplatz gab es einst drei Schuhgeschäfte – nun wird auch noch Vögele seine Filiale schliessen. Die Gründe sind vielfältig.

Bata, Pasito und Vögele-Shoes waren seit vielen Jahren am Hirschenplatz in Luzern präsent. Bereits geschlossen wurde dort die Pasito-Fricker-Filiale. Weil Bata im April 2016 ankündigte, dass 29 Läden geschlossen werden, wird auch dieses Geschäft verschwinden. Die nächste Hiobsbotschaft kam vom Traditionshaus Imgrüth, das sein Geschäft an der Pilatusstrasse schliesst.

Doch damit nicht genug: Am Hirschenplatz wird demnächst auch noch Vögele-Shoes seine Tore schliessen. Wann genau das Geschäft schliesst, steht noch nicht fest. Auch über die Nachfolge ist noch nichts bekannt. Die Medienstelle von Vögele-Shoes war am Donnerstag nicht erreichbar.

Franz Stalder, Präsident der City Vereinigung Luzern, wusste auf Anfrage noch nichts von der Vögele-Schliessung, bleibt aber gelassen: «Früher hiess es, die Altstadt bestehe nur aus Kleider- und Schuhläden. Jetzt gibt es mehr Uhren- und Schmuckgeschäfte. Handel bedeutet Wandel.» Die Gründe für das Sterben von Schuhgeschäften sieht Stalder darin, dass die Konsumenten vermehrt im angrenzenden Ausland und im Internet einkaufen. Auch würden viele Anbieter von Kleidern und Lederwaren auch Schuhe verkaufen. Stalder: «Obwohl Geschäfte kommen und gehen, gibt es in Luzern keine leeren Geschäftsräume.»

Schuhschweiz.ch rügt Branche und Stimmbürger

Das Aussterben von Schuhgeschäften ist für Dieter Spiess, Präsident von Schuhschweiz.ch, bereits zur traurigen Gewohnheit geworden: «Seit 2015 schliessen in den Städten auch traditionelle Schuhgeschäfte an guten Lagen.» Die wirtschaftliche Situation in der Schweiz sei nicht so verheissungsvoll und der Schweizer Franken stark. Hinzu kommen würden noch Einkäufe im Ausland und die hohen Ladenmietpreise. Besonders in Luzern würden horrende Mieten von Schmuck- und Uhrenläden bezahlt. «Diese Situation wird eskalieren», warnt Spiess. Die hohen Mieten würden besonders schmerzen, weil die Umsätze der Schuhbranche rückläufig seien. Auch die Jahreslöhne des Verkaufspersonals in der Höhe von 48'000 Franken könnten etwa auf dem Land nicht erwirtschaftet werden. Darum gebe es beispielsweise etwa in Malters kein Schuhgeschäft mehr. Spiess: «Auch die Luzerner Stimmbevölkerung ist nicht ganz unschuldig an der Situation, wenn die Läden an Samstagen bereits um 16 Uhr schliessen müssen.»

Die Online-Händler sieht Spiess nicht als Schuldige: «Heute gibt es den Online-Handel, früher den Versandhandel, und der erwirtschaftete einen Anteil von etwa sieben Prozent mit dem Verkauf von Schuhen.» Probleme ortet Spiess eher bei den Schuhhändlern: «Ich predige immer wieder, sie müssen den Kunden einen Mehrwert bieten, sich abgrenzen und anders sein, dann hat man gegenüber Online-Anbietern klare Vorteile.» Die Unternehmer sollten sich immer wieder fragen, ob sie attraktiv für die Kunden sind. Spiess' Fazit: «Die Konsumenten schätzen gute Schuhe, sie finden sie aber bald nicht mehr.»

Quelle: 20Minuten

3.6.2016

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

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