Invasion der Schwäne in der Luzerner Bucht

Foto Joseph Birrer

Von 100 auf 160 Tiere: Die Population der Schwäne in Luzern explodiert. Eier stechen will die Stadt nicht – sie setzt auf einen Holzbalken und auf die Vernunft der Touristen.

«Gutgemeintes Füttern von Schwänen ist falsch verstandene Tierliebe und bringt Probleme mit sich», teilt die Stadt Luzern am Montag mit. Darum erinnern in der Innenstadt Plakate daran, dass die weissen, eleganten Tiere nicht gefüttert werden sollen. «Auch bei Schwänen gehen Fachleute davon aus, dass Fütterungen einen Einfluss auf die Anzahl der Tiere haben», sagt Monika Keller, Projektleiterin Umweltschutz bei der Stadt Luzern. Gefüttert werden die Schwäne von Touristen, die die Gelegenheit für ein Erinnerungsfoto nutzen. «Es gibt aber auch einzelne Personen, die Säcke voller Brot verfüttern, sowie Leute, oft mit Kindern, die ihre Brotresten den Schwänen geben», sagt Keller weiter.

Es könnten auch Krankheiten übertragen werden

Zwischen 1954 und 2000 wurden jeweils 100 bis 120 Tiere während der Winterzeit gezählt. Heute sind es durchschnittlich bis zu 160 Schwäne, die in der Luzerner Bucht herumschwimmen. Durch die Fütterungen werden die Tiere angelockt und sie verlieren ihre natürliche Scheu vor dem Menschen. Dies kann zu Problemen führen, wie Keller sagt: «Die Schwäne verkoten etwa Liegewiesen in den Badis oder es kann vorkommen, dass sie beim Schwanenplatz auf die Strasse gelangen.» Weil sich immer mehr Schwäne auf engem Raum bewegen, obwohl sie eigentlich Einzelgänger sind, könnte auch die Gefahr steigen, dass Krankheiten zwischen den Tieren übertragen werden.

In Luzern werden keine Eier gestochen

Dennoch will die Stadt laut Keller nicht aktiv gegen den Nachwuchs der Schwäne vorgehen: «Wir stechen keine Eier. Wir setzen auf die Information der Bevölkerung.» Ausserdem sei beim Schwanenplatz am Quai der Holzbalken erhöht worden, damit die Schwäne nicht mehr darüber steigen könnten. Allerdings gebe es ein, zwei schlaue Exemplare, die nun einfach unter dem Balken durchwatschelten. Obwohl Schwäne grundsätzlich nicht gefährlich sind, empfiehlt es sich Abstand zu halten. «Ich erinnere mich an eine Touristin, die von einem Schwan in die Finger geschnappt wurde. Die Frau hatte diesen Schwan zuvor gefüttert», so Keller.

Quelle: 20Minuten

4.4.2017

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde