Jahresbericht der Luzerner Staatsanwaltschaft

Luzern

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Foto Joseph Birrer

Am Mittwoch, 7. März 2018, präsentierte die Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern die Jahresstatistik 2017. Die Staatsanwaltschaft Luzern hatte im vergangenen Jahr knapp 52'000 Fälle zu bearbeiten. Damit liegt sie um 4% über dem Vorjahreswert.

Die neue Abteilung Wirtschaftsdelikte (Staatsanwaltschaft 5) hat im Jahr 2017 140 Strafverfahren abgeschlossen. Um bestimmten Phänomenen der Wirtschafts- und Cyberkriminalität entgegenzuwirken, werden im Kanton Luzern vier teil-spezialisierte Staatsanwälte eingesetzt.

Knapp 52'000 Fälle im Jahr 2017

Im Jahr 2017 gingen bei der Staatsanwaltschaft vom Kanton Luzern knapp 52'000 Fälle ein, was einen Rekordwert darstellt: Effektiv waren es 51'916 Fälle (+2'005 Fälle im Vergleich zum Vorjahr), die trotz Sparmassnahmen bearbeitet werden mussten. Entsprechend nahm der Erledigungsquotient im letzten Jahr ab. Nur 93% der eingegangenen Fälle konnten im Berichtsjahr erledigt werden. Der Falleingang bei der Staatsanwaltschaft war demnach deutlich höher als der Fallausgang, was längerfristig dazu führen kann, dass die Pendenzenzahlen bei den Staatsanwälten kontinuierlich ansteigen. Hinzu kommt, dass die Entwicklung der Rahmenbedingungen (u.a. Revision der Strafprozessordnung) und die stetig steigende Komplexität der Fälle die Staatsanwaltschaft vor sehr grosse Herausforderungen stellt. «Trotz diverser Optimierungsmassnahmen zur Verbesserung der Effizienz ist die Staatsanwaltschaft auf ausreichende Ressourcen angewiesen, um ihren sicherheitspolitischen Auftrag erfüllen zu können» - warnte Oberstaatsanwalt Daniel Burri an der Medienkonferenz.

Statistik zeigt keine «Trendwende»

Die Deliktsstatistik zeigt wie im letzten Jahr keine besonderen Auffälligkeiten. Bei den Delikten gegen Leib und Leben (-2%) wie auch bei den Vermögensdelikten (-5%) kamen weniger Straftaten zur Anzeige. Der Rückgang ist minim und entspricht keiner Trendwende. Bei den Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz (-1,4%) blieb der Falleingang konstant hoch. Angestiegen sind die Straftaten gegen die Freiheit (u.a. Drohungen, Nötigung und Hausfriedensbruch). Aufgrund der sehr tiefen Fallzahlen in diesem Bereich und der starken Schwankungen in den Vorjahren lässt dieser Anstieg aber keineswegs auf einen Trend schliessen. Leicht rückläufig sind die Zahlen bei den Betäubungsmitteldelikten (-7,5%). Bei der Jugendkriminalität sind die Fallzahlen gegenüber dem Vorjahr insgesamt angestiegen. Dies nachdem sie im 2016 einen Tiefstwert erreicht hatten.

Teil-spezialisierte Staatsanwälte im Kampf gegen Wirtschafts- und Cyberkriminalität

Die Abteilung «Wirtschaftsdelikte» (Staatsanwaltschaft 5) ist seit Juli 2016 operativ tätig. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 140 Strafverfahren erledigt, wovon 7 Fälle mit Anklage bei den erstinstanzlichen Gerichten. In 35 Fällen wurden die Untersuchungen mit einem Strafbefehl rechtskräftig abgeschlossen. Einige Verfahren wurden an andere Kantone abgetreten, teilweise kam es zu Nichtanhandnahme- oder Einstellungsverfügungen. Im Kanton Luzern werden vier bisherige Staatsanwälte eingesetzt, um sich explizit in den Bereichen «Konkursreiterei» und «Cybercrime» zu spezialisieren. Die vier Staatsanwälte werden sich schweizweit mit Spezialisten vernetzen und sich in den Themenbereichen laufend weiterbilden. «In diesen beiden Bereichen brauchen wir detailliertes Fachwissen, um den kriminellen Machenschaften effizient entgegenzuwirken» - begründet Daniel Burri.

Jahresbericht Luzerner Staatsanwaltschaft als PDF

Quelle: Staatsanwaltschaft Luzern

9.3.2018

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