Jeder dritten Poststelle im Kanton Luzern droht die Schliessung

Bild ZVG Post

Die Post hat sich zur Zukunft ihrer Luzerner Filialen geäussert: 31 sollen sicher bis 2020 weitergeführt werden, die restlichen 16 werden überprüft. Die Gewerkschaft Syndicom ist empört.

«Die Entwicklung des Postnetzes schreitet voran. Die Post setzt dabei auf einen Mix aus physischen und digitalen Zugangsmöglichkeiten, die auf die lokalen Bedürfnisse zugeschnitten sind», schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung vom Freitag.

Nach Gesprächen mit Kantonsvertretern könne man nun die Eckwerte des zukünftigen Postnetzes in Luzern bekanntgeben: Für 31 Poststellen sei garantiert, dass sie bis mindestens 2020 bestehen bleiben. Die übrigen 16 Poststellen will die Post einer «sorgfältigen Einzelfallprüfung» unterziehen.

Ersatzlose Schliessungen sollen vermieden werden

Im Vordergrund stehe dabei die Umsetzung von Partnerfilialen. So habe die Post etwa in Ballwil schon längere Zeit einen Dialog geführt. «Dort wurde eine passende Partnerlösung in der lokalen Volg-Filiale gefunden, die bereits in den nächsten Monaten umgesetzt wird», heisst es in der Mitteilung. Ersatzlose Schliessungen von Poststellen würden vermieden.

Ausserdem will die Post den Ausbau von rund 16 neuen Zugangsmöglichkeiten im Kanton vorantreiben. Dazu gehören etwa Zugangspunkte für Geschäftskunden oder Aufgabe- und Abholstellen.

Syndicom: Abbau soll boykottiert werden

Die Kommunikations- und Mediengewerkschaft Syndicom zeigt sich empört. «Die von der Post vorgeschlagenen alternativen Zugangsmöglichkeiten sind keine echten Alternativen, weil sie jeweils nur einen einzigen oder ganz wenige Services anbieten», schreibt sie am Freitag in einer Mitteilung.

Weiter wirft sie der Post vor, sich «keinen Deut» um politische Entscheide zu scheren. Denn: Vor drei Tagen habe sich der Nationalrat mit 172 zu 13 gegen den aktuellen Abbau ausgesprochen. Syndicom fordert die Kantone und Gemeinden auf, sich «vehement zur Wehr zu setzen.» Konkret heisst das, die Gespräche sollen erst weitergeführt werden, wenn das Postgesetz revidiert ist: «Nur so kann verhindert werden, dass man nicht vor vollendete Tatsachen gestellt wird.»

Die SP wirft dem Luzerner Regierungsrat vor, sich zu wenig gegen Poststellenschliessungen einzusetzen. Dies, obwohl der Kantonsrat bereits ein entsprechendes Postulat von SP-Präsident David Roth überwiesen habe, wie sie in einer Mitteilung schreibt. Doch: «Bislang ist davon wenig zu spüren. Es wirkt vielmehr so, als ob die Regierung sehr nahe an der Schliessungspropanda der Post ist.»

Diese Poststellen stehen auf der Kippe:

• Adligenswil

• Buchrain

• Buttisholz

• Entlebuch

• Flühli

• Geuensee

• Grosswangen

• Luzern Schönbühl

• Luzern Würzenbach

• Luzern Universität

• Luzern Hirschengraben

• Luzern Reussbühl

• Oberkirch

• Rickenbach

• Schenkon

• Schötz

Quelle: 20Minuten

3.6.2017

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

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