Jubiläum für Kanti Alpenquai

Kanti Alpenquai Luzern

Kanti Alpenquai Luzern

Kanti Alpenquai Luzern

Dirigent James Gaffigan gibt offene Antworten an Tim Suppiger, Heidi Hertach, Melanie Büchler und Anna Commerell, Klasse 5k. Bild ZVG

Als erste staatliche Mittelschule der Zentralschweiz führte die Kantonsschule Alpenquai Luzern vor 15 Jahren das Angebot der zweisprachigen Maturität (Deutsch/Englisch) ein. Dies wird mit einer eigenen Jubiläumsveranstaltung im KKL gefeiert.

Bevor das KKL 1998 eröffnet wurde, musste die berühmte Akustik bei vollem Haus getestet werden. Eingeladen wurde die ganze Kantonsschule vom nahen Alpenquai sowie ein ziemlich mutiger australischer Pianist, der die damals weit über 2000 zappeligen Jugendlichen in seinen Bann zog. 2018 ist es nicht weniger mutig, mit der ganze Schule das 50-jährige Bestehen an zwei langen Abenden mit Ansprachen und Klassik im KKL zu feiern. Die Öffentlichkeit bekam das nicht zuletzt mit, weil die Probe am 14. März mit einer spektakulären Evakuationsübung verbunden wurde. Für Tests aller Art sind grosse Schulen eben nach wie vor nützlich.

Jubiläumsfeier mit 150 Bili-Studierenden

Zwei Wochen später folgte ein anderes Jubiläum: Das Programm Bilinguale Maturität, eines der ersten in der Schweiz, feierte vor kurzem sein 15-jähriges Bestehen mit dem Annual Bili Podium, in English of course. Dirigent James Gaffigan und sein Luzerner Sinfonieorchester luden zuerst in die Hauptprobe im KKL über Mittag ein. Vom Untergymnasium bis zur Maturastufe wurden über 150 Bili students aus den Lektionen von 40 Lehrpersonen zusammengezogen. Statt sich im immersiven Unterricht mit Präsident Roosevelts New Deal zu befassen, tauchten sie ein in Samuel Barbers Adagio for Strings, das bei dessen Staatsbegräbnis 1945 gespielt wurde. Künstlerlisches Highlight der Probe war Elgars Cello Concerto mit Truls Mork.

James Gaffigan wurde mit Fragen bombardiert

Dann legten sie selber los. Vier Panelists und ein äusserst aufmerksames Publikum bombardierten James Gaffigan mit mehreren Dutzend Fragen. Dabei kam auch Unerwartetes zur Antwort. Dass die Chemie zwischen dem LSO und Gaffigan sofort stimmte und das KKL weltweit seine Lieblingshalle unter den modernen Häusern sei, nahm man dem begeisterungsfähigen Dirigenten sofort ab. Auch zu seinen Lieblingskomponisten (Schubert), -stücken (Rites of Spring) und –instrumenten («I have cello envy») gab er direkte Antworten. Diplomatischer äusserte er sich zu zeitgenössischen Komponisten und zum amerikanischen Tagesgeschehen. Der junge Gaffigan war einst in einer Heavy Metal Band. Die Entdeckung der Klassik war ihm zunächst etwas peinlich. An seiner öffentlichen Schule in einem New Yorker Arbeiterquartier konnte er Musik an Leihinstrumenten erlernen. Solche Chancengleichheit sei im heutigen Amerika immer mehr unter Druck.

Vom Druck in der hochkompetitiven Konzertwelt handelten auch viele weitere Fragen. Dennoch riet er niemandem davon ab, sich ihm zu stellen: «You won’t starve, but you have to have a plan.»

26.4.2018

Frühling in der Zentralschweiz

Frühling in der Zentralschweiz

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde