Krienser Wappenbär bekommt feuerroten Penis

Der Bär kennt neun Lieder, sie handeln alle vom Honig.

Türkisches Sprichwort

Krienser Wappen

Krienser Wappen

Was wohl der Heilige Gallus denkt ...

Das Bärli im Wappen von Kriens ist geschlechtslos. Jetzt wird es zum Bären, grimmig, stark, furchterregend – und neuerdings männlich.

Der Gemeinderat von Kriens hat in einem Entwurf der neuen Gemeindeordnung eine leicht abgeänderte Version des Gemeindewappens vorgeschlagen: Der einst plüschige Bär wurde zu einen aggressivem, grimmigen Tier, das jetzt neu auch mit einem roten Penis geschmückt ist. «Es ist richtig so, dass das männliche Geschlechtsteil auf dem neuen Entwurf des Krienser-Wappens zu sehen ist. Das Geschlecht eines Wappentieres ist eigentlich immer knallrot und deutlich sichtbar, so wie etwa die Zunge», sagt der Präsident der Stiftung Schweizer Fahnen und Wappen Joseph Galliker.

«Rotes Rüebli» drückt Männlichkeit aus

Das «rote Rüebli» weisst das Tier als männlich aus und stellt ein Jahrhunderte alter Brauch dar. Nicht nur beim Bären sind die Geschlechtsteile auf dem Wappen sichtbar, auch andere männliche Tieren werden damit geschmückt, um ihre Männlichkeit auszudrücken. «Etwa der Steinbock», so der Wappenexperte. Wenn der Penis des Tieres nicht sichtbar ist, könne es auch ein Weibchen sein, «wie beim Berliner Wappen, das ist aber eine seltene Ausnahme», sagt Galliker. Dass die meisten Tiere auf den Wappen männlich seien, erklärt der Experte damit, dass früher der Mann das Haupt der Familie war.

Grösse des Geschlechtsteils ist Freiheit des Zeichners

Der Bären-Penis sei völlig in Ordnung, ob er nun grösser oder kleiner dargestellt wird, «ist hingegen die Freiheit des Zeichners», so Galliker. Er gibt zu bedenken, dass der Krienser Bär allerdings nicht allzu aggressiv dargestellt werden sollte, da es ein «gezähmter Bär war, der dem heiligen Gallus geholfen hat, indem er ihm Holz brachte».

Penis ist politisch breit akzeptiert

Widerstand im Einwohnerrat, welches Mitte Dezember über die neue Gemeindeordnung befindet, ist nicht auszumachen. Weder bei der SP oder der SVP etwa war der Penis ein Thema. «Wir haben über Wichtigeres zu sprechen», sagt SP-Fraktionschef Cla Büchi.

Nicht das einzige Wappen mit einem Phallus

Wird das neue Wappen für Kriens am 4. März 2018 auch vom Volk angenommen, werden sie nicht die ersten mit einem Penis im Wappen sein. Auch die Bären im Berner und Appenzell-Innerrhoder Wappen haben ein klar erkennbares männliches Geschlechtsteil.

Und was wohl der Heilige Gallus, der Krienser Gemeindepatron, denkt, nun, da er bald auf dem Wappen einen Bären-Penis sieht?

Quelle: 20Minuten

16.11.2017

Brot-Knatsch

Das alte Wappen von Kriens zeigt einen lieblichen Bären und den heiligen Gallus, den Gründer des Klosters St. Gallen. Dieser streckte dem Bären Brot entgegen. Dieses wird vom Volksmund aufgrund seiner runden Form und seiner Farbe als «Goldenes Ei» bezeichnet.

Der Gemeinderat von Kriens hat in einem Entwurf der neuen Gemeindeordnung eine leicht abgeänderte Version des Gemeindewappens vorgeschlagen. Doch auf diesem hielt der Heilige ein Luzerner Weggen-Brot in der Hand. Dieses führte zu Knatsch und missfiel den Kriensern, so dass der Einwohnerrat den Gemeinderat dazu aufforderte, seinen Wappenvorschlag zu modifizieren, berichtete die Luzerner Zeitung.

Im neuen Wappen wurde nun der Luzerner Weggen gegen ein «normales» Brot ausgetauscht. Der Bär hingegen wurde grösser und wirkt böser.

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde