Landeskirche erzielt gewaltigen Überschuss

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Die drei abtretenden Synodalratsmitglieder Thomas Trüeb (Meggen, links), Maria Graf-Huber (Oberkirch, Mitte) und Ruth Mory-Wigger (Wauwil, zweite von rechts) werden von der Synode herzlich verabschiedet; flankiert von deren Präsidentin Ursula Hüsler (zweite von links) und Synodalverwalter Edi Wigger (rechts). Foto Dominik Thali. Bild ZVG

Fast 1,3 Millionen Franken Überschuss hat die Landeskirche im vergangenen Jahr erzielt, dreimal mehr als erwartet. Das führte in der Synode (23. Mai 2018) zu Diskussionen über die Gewinnverwendung.

Mit einem Plus von knapp 410‘000 Franken hatte der Synodalrat gerechnet, unter dem Strich blieben am Ende 1,27 Millionen Franken. «Ein erfreulicher Ertragsüberschuss», stellte Reto Brun (Meggen) fest, Sprecher der Geschäftsprüfungskommission. Die Rechnung schloss damit 2017 zum dritten Mal in Folge viel besser ab als veranschlagt. Gründe dafür sind vor allem höhere Steuereinnahmen der Kirchgemeinden und tiefere Zahlungen in den Lastenausgleich.

Der Synodalrat beantragte, vom Gewinn 400‘000 Franken den Kirchgemeinden zurückzuerstatten, 500‘000 als Arbeitgeberreserve für die Pensionskasse beiseite zu legen und mit 374‘000 Franken das Eigenkapital weiter zu äufnen. Die flüssigen Mittel sollten mittelfristig auf einen Jahresumsatz klettern, also rund neun Millionen Franken. «Damit könnten wir künftige Defizite ohne umgehende Erhöhung der Beiträge der Kirchgemeinden auffangen und sinkende Steuereinnahmen wegen Kirchenaustritten abfedern», sagte der finanzverantwortliche Synodalrat Armin Suppiger (Luzern)

Schwache unterstützen – aber auf welchem Weg?

Dazu gab es allerdings unterschiedliche Meinungen. Benjamin Wigger (Marbach, namens der Fraktion Entlebuch) und Robert Strässle (Kriens) forderten einen doppelt so hohen Steuerrabatt. «Die Kirchgemeinden bezahlten während Jahren zuviel», sagte Strässle. Die Fraktion Luzern anderseits verlangte, weniger für die Pensionskasse, dafür 100‘000 Franken als Solidaritätsbeitrag für drei Hilfswerke auszugeben. «Menschen auf der Schattenseite des Lebens» sollten unterstützt werden, meinte Bruno Fluder.

Damit waren weitere Synodale einverstanden, sie kritisierten jedoch das Verfahren. Ausgaben müssten «seriös und korrekt» über den Voranschlag eingeplant werden, sagte etwa Hans-Christoph Heim (Büron). Über die Gewinnverwendung geschehe dies nach dem Zufallsprinzip. Dies sei letztlich «unredlich gegenüber den Geldgebern, den Kirchgemeinden». Das stimme rechtlich, hielt dieser Begründung Lukas Briellmann (Root) entgegen, fragte aber: «Geht es nicht auch darum, ein Zeichen zu setzen? Es ist doch das soziale Handeln der Kirche, das unsere Mitglieder überzeugt.»

Am Ende obsiegte in der Abstimmung der Antrag des Synodalrats gegenüber jenem der Fraktion Luzern mit 51 gegen 33 Stimmen. Schliesslich genehmigte die Synode die Jahresrechnung 2017 grossmehrheitlich.

Synode und Synodalratsmitglieder verabschiedet

An der Frühjahrssession nahmen 88 der 100 Synodalen teil. Das Parlament tagte erstmals unter der Leitung von Ursula Hüsler (Kriens). Sie war im November zur Synodepräsidentin für die Jahre 2018 und 2019 gewählt worden. Die Session war gleichzeitig die letzte der Amtsperiode 2014/18. 43 Mitglieder scheiden Ende Mai aus und wurden verabschiedet. Am 20. Juni versammelt sich die neu gewählte Synode zu ihrer konstituierenden Sitzung. Diese wird auch die neun Mitglieder des Synodalrats, der «Regierung» der Landeskirche, für die nächsten vier Jahre wählen. Deren Amtsantritt ist am 1. Juli.

Drei der bisherigen Synodalrätinnen und -räte stellen sich nicht mehr der Wahl. Ursula Hüsler würdigte deren Tätigkeit, das Parlament verabschiedete sie mit stehendem Applaus: Maria Graf-Huber (Oberkirch) und Thomas Trüeb (Meggen) geben das Amt nach zwölf Jahren weiter, Ruth Mory-Wigger (Wauwil) tut dies nach acht Jahren.

29.5.2018

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