Lehrer dürfen über Kreuze in Krienser Schulen bestimmen

Christliche Symbole zwingend in jedem Schulzimmer? Nein, sagt der Krienser Gemeinderat. Die Lehrer dürfen selber entscheiden, ob sie Kreuze aufhängen.

Abfuhr für die SVP: Sie forderte, dass in Krienser Schulzimmern Kreuze aufgehängt werden müssen. Kriens solle religiös neutral sein, aber in Schulzimmern gehöre ein schlichtes Kreuz dazu, weil «die öffentliche Schule ein Spiegelbild unserer christlich geprägten Identität, Kultur und Traditionen ist», so Postulant Alfons Graf.

Der Gemeinderat lehnt die Forderung ab. «Es muss im Ermessen der Lehrer bleiben, in Rücksicht auf die Situation in der Klasse mit dem Anbringen von religiösen Symbolen flexibel und situationsgerecht umzugehen», heisst es in der Antwort. Auf Anfrage sagte Bildungsvorsteherin Judith Luthiger-Senn, die Schule habe den Auftrag, christliche Werte und Traditionen altersgerecht zu vermitteln. Es sei im Sinn der religiösen Toleranz, dass die Lehrer in dieser Frage Offenheit hätten.

Hoheit über Kreuze bleibt bei Lehrern

Laut Antwort des Gemeinderats haben Diskussionen in Lehrerteams gezeigt, dass sich die Lehrer zur christlich abendländischen Identität bekennen. Ob dieses Bekenntnis jedoch sichtbar zum Ausdruck gebracht werden solle, darüber gingen die Meinungen auseinander; einige Lehrer wollen Kreuze in ihren Zimmern, einige nicht.

Sie dürfen nun also weiterhin selbst darüber entscheiden, ob sie Kreuze aufhängen. Andere als christliche Symbole dürfen laut Gemeinde nicht dauerhaft angebracht werden, aber natürlich im Unterricht sichtbar gemacht werden. Religiösen Symbolen würden im Unterricht eine hohe Aufmerksamkeit geschenkt.

Quelle: 20Minuten

22.8.2017

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde