Luzern will Unisex-Toiletten erlauben

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Foto Joseph Birrer

Dass Frauen und Männer im Restaurant das gleiche WC benutzen ist in den meisten Fällen verboten. Der Kanton Luzern will das jetzt ändern.

Der Luzerner Regierungsrat lässt prüfen, ob Unisex-WCs in Restaurants erlaubt werden: Er beantragt dem Parlament, eine entsprechende SP-Motion als Postulat erheblich zu erklären. SP-Kantonsrat Giorgio Pardini hatte gefordert, das Gastgewerbegesetz so zu revidieren, dass die gesetzliche Grundlage für Unisex-Toilettenanlagen in Restaurants geschaffen wird.

Veränderte Geschlechterrollen

Pardini ist der Ansicht, dass gesellschaftlichen Veränderungen Rechnung getragen werden müsse – die Normen bezüglich der Geschlechter hätten sich in den letzten Jahrzehnten emanzipiert und verändert. Gastrounternehmen sollen selber entscheiden können, ob sie nach Geschlechter getrennte WCs oder Unisex-Toilettenanlagen einrichten und betreiben wollen, so der Motionär. Die Luzerner Regierung will das Anliegen nun überprüfen. Damit Unisex-Toiletten zugelassen werden können, müsste lediglich die Gastgewerbeordnung geändert werden.

Die entsprechende Verordnung stammt aus dem Jahr 1998. Die Regierung erachtet es für «gerechtfertigt», die Verordnung generell zu überprüfen. «Im Rahmen einer solchen Überprüfung kann auch die Zulässigkeit von Unisex-Toiletten thematisiert werden», schreibt sie.

Restaurant Anker preschte vor

Ende vergangenen Jahres hatte das Restaurant Anker in Luzern für Aufsehen gesorgt. Es durfte den Betrieb aufnehmen, obschon es keine nach Geschlechtern getrennten WCs, sondern eine Unisex-Toilette eingebaut hatte. Die Gewerbepolizei erteilte dem Lokal die Betriebsbewilligung mit der Auflage, bis im März 2017 nach Geschlechtern getrennte Toilettenräume einzurichten.

Laut der Remimag, welche den Anker betreibt, ist das Verfahren derzeit noch hängig. Inhaber Peter Eltschinger ist erfreut über das positive Signal des Kantons: «Im Minimum wurde die Motion nicht abgelehhnt, sondern das Anliegen wird jetzt geprüft. Ich hoffe, dass dabei nicht nur die Verwaltung entscheidet, sondern dass auch Betroffene aus der Praxis angehört werden.»

Im Anker mache er sehr gute Erfahrungen mit der «illegalen» Toilette: «99 Prozent unserer Gäste sind begeistert von der Unisex-Toilette.» Viele hätte zunächst falsche Vorstellungen einer solchen Anlage. «Wenn sie unsere Toilette dann besucht haben, finden sie es super. Es kommt auf die Ausführung der Unisex-Anlage an und auf das Design», so Eltschinger. Ein viel gehörter Spruch seiner Gäste sei: «Das ist ja wie bei mir Zuhause.»

Remimang plant nur noch Unisex-Toiletten

Eltschinger ist jedenfalls von seinem WC überzeugt. So sehr – dass er in allen neuen Gastrobetrieben Unisex-Toiletten einbauen will. Im Seerestaurant Tivoli in Luzern, welches die Remimag übernommen hat, ist ein Unisex-WC bereits fix eingeplant.

Quelle: 20Minuten

2.5.2017

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde