Luzerner Altstadt soll wieder mehr belebt werden

Luzern Kapellgasse 4 (Visualisierung)

Luzern Kapellgasse 4 (Visualisierung)

Bild ZVG Kapellgasse 4 Luzern

Das Kaufhaus am Kapellplatz soll bald umgebaut werden. Ist der Ersatzbau fertig, kommt kein Uhrengeschäft rein, sagen die Vermieter: Sie wollen lieber Mehrwert für die Luzerner.

Das Ende für das Kaufhaus am Kapellplatz, das viele als hässlichstes Gebäude der Altstadt bezeichnen, ist nah. Im Sommer soll die Baubewilligung vorliegen und im Herbst die Arbeiten beginnen. Im Herbst oder Winter 2019 soll ein Neubau fertig sein.

Für die Firma Newport, der die Liegenschaft gehört, ist aber jetzt schon klar: «Es soll kein weiteres Uhrengeschäft sein; davon gibt es in Luzern genug», wie Mitinhaber Olaf Kunkat gegenüber der«Luzerner Zeitung» sagt. Grund dafür sei der Wunsch nach einem guten Branchenmix.

Weiterer Uhrenladen bringt wenig Mehrwert

«Die Altstadt soll wieder mehr belebt werden», sagt der verantwortliche Projektleiter Jérôme Lutz auf Anfrage. Man habe während des Planungsprozesses seitens der Stadt und der Bevölkerung Rückmeldungen erhalten und sei zum Schluss gekommen, dass ein weiteres Uhrengeschäft für die Bevölkerung wenig Mehrwert bringe.

«Unser Ziel ist, dass die Altstadt durch das Projekt attraktiver wird», sagt Lutz. Es solle eine Sogwirkung entstehen: «Wir sind bemüht, das Gespräch mit Retailern zu suchen, die es hier noch nicht gibt.»

Geteilte Verkaufsfläche oder Gastroangebot denkbar

Wie die Verkaufsfläche dereinst genutzt wird, ist laut Lutz noch unklar. So könne es sein, dass ein Geschäft die ganze Ladenfläche im Untergeschoss, im Parterre und im 1. OG belegt. Es sei aber auch möglich, dass sich zwei Unternehmen die drei Geschosse teilen. Dann wäre jeweils ein Geschäft im Untergeschoss und im ersten OG – die Fläche im Parterre würde geteilt.

In den oberen Stockwerken des Neubaus werden elf moderne 2,5- bis 4,5-Zimmer-Mietwohnungen integriert. Lutz: «Wir haben schon jetzt Anfragen erhalten.» Die Wohnungen sollen auch an Familien vermietet werden. Lutz: «Dass im Zentrum der Stadt neue Familienwohnungen erstellt werden, ist sehr selten.» Zudem wolle man mit baulichen Anpassungen «der Anonymität in der Stadt entgegenwirken»: So wird für die Mieter eine gemeinschaftliche Terrasse erstellt.

Lob vom Quartierverein Altstadt

Beim Quartierverein Altstadt freut man sich, dass die Hausbesitzer das Wohl der Luzerner im Blick haben. «Wir waren schon in der Planung involviert. Es sieht nun so aus, dass es so rauskommt, wie wir uns das erhofft haben», sagt Präsident Pierre Rügländer. Man schätze es sehr, dass der Besitzer sich von Anfang an an verschiedene Gremien wandte «und sich mit der Stadt identifiziert». Auch architektonisch nehme das neue Gebäude den Platz und die umliegenden Gebäude gut auf. Rügländers Fazit: «Das ist eine schöne Lösung.»

Quelle: 20Minuten

19.12.2017