Luzerner Familie kann Haus in Spanien nicht betreten

Dann teilte uns eine Bekannte in Spanien mit, dass wir unsere Liegenschaft nicht mehr betreten können.

Hauseigentümer aus Luzern

Eine Luzerner Familie kann nicht mehr in ihr eigenes Ferienhaus in Spanien. Es wurde besetzt. Eine Lösung ist nicht in Sicht.

Sie sind im Besitz eines Ferienhauses in Spanien und wollen dort wie jedes Jahr ihre Ferien verbringen. Dann stellen Sie fest: Das Haus wurde besetzt. Diesen Albtraum erlebt eine Luzerner Familie im vergangenen Sommer, wie die Luzerner Zeitung schreibt.

«Die Flugtickets für die Familie und Kinder waren bereits bezahlt», erzählt der Familienvater, der anonym bleiben möchte. «Dann teilte uns eine Bekannte in Spanien mit, dass wir unsere Liegenschaft nicht mehr betreten können.» Eine Gruppe Hausbesetzer hatte sich darin breit gemacht, die niemanden hereinlässt – auch die rechtmässigen Eigentümer nicht.

Ein Schock für die Eigentümer. «Wir konnten es zuerst gar nicht glauben», so der Familienvater. Die Familie musste kurzfristig auf ihre Reise nach Spanien verzichten: «Die Flugtickets wurden nicht zurückerstattet.» Das Ferienhaus liegt auf einer der Balearen-Inseln direkt am Meer – mit einem Strand in unmittelbarer Nähe. Die Luzerner Familie hatte das Haus mit Garten vor 45 Jahren bauen lassen, als die Gegend praktisch noch unbewohnt war.

Haus ist Familie ans Herz gewachsen

Die Familie verbrachte jedes Jahr ein paar Ferienwochen dort. Das Haus ist der Familie ans Herz gewachsen. Sie hat es liebevoll eingerichtet. Mit den im Verlauf der Jahre in die Gegend zugezogenen Nachbarn haben sie gute Freundschaften geschlossen. Jetzt ist für die Luzerner Familie auf einen Schlag eine Welt zusammengebrochen. «Wenn wir auf die Insel gehen, können wir unser eigenes Haus nicht mehr betreten», sagt der Eigentümer.

In Spanien ist die gesetzliche Regelung so, dass eine Hausbesetzung innert 48 bis maximal 72 Stunden der Polizei gemeldet werden muss. Nur innerhalb dieser Frist kann die Polizei die Liegenschaft ohne richterlichen Hausdurchsuchungsbefehl räumen. Erfolgt die Anzeige zu spät, braucht es den juristischen Instanzenweg inklusive Gerichtsverfahren, um die Hausbesetzung zu beenden.

Wie lange so etwas in Spanien dauern kann, davon kann die Luzerner Familie ein trauriges Liedchen singen. «Wir haben einen Anwalt eingeschaltet, und es gibt schon drei Gerichtsentscheide zu unseren Gunsten, und dennoch ist noch immer nichts geschehen», sagt der Familienvater. «Jedes Mal, wenn ein Urteil vorliegt und die Räumung des Hauses angeordnet ist, sind plötzlich wieder andere Besetzer im Haus, und das Ganze beginnt wieder von vorn.»

Scharfe Hunde bewachen Haus

Die Hausbesetzer lassen die Liegenschaft von scharfen Hunden bewachen. Der Eigentümer vermutet, dass eine Mafia-ähnliche Organisation hinter der Besetzung steht: «Zuerst befanden sich Spanier im besetzten Haus, später Deutsche und Rumänen.»

Wie es weiter geht, ist unklar. «Soeben hat uns unser Anwalt mitgeteilt, dass es weitere zwanzig Tage dauern wird, bis allenfalls etwas unternommen werden kann. So werden wir seit Monaten immer wieder vertröstet.»

Quelle: 20Minuten

30.12.2017