Luzerner Idee – Biker sollen beim Velokauf Waldgebühr zahlen

Foto Joseph Birrer

Weil der Holzverkauf immer weniger Geld abwirft und der Aufwand für Waldbesitzer grösser wird, suchen sie neue Einnahmen. Ein Experte schlägt eine Waldgebühr auf Bikes vor.

«Um die Instandhaltung von Wegen oder die Bekämpfung von Neophyten zu finanzieren, muss eine Lösung ­gefunden werden», sagt Ruedi Gerber, Präsident von Wald Luzern. Denn: In den Wäldern tummeln sich immer mehr Biker, Wanderer und Jogger.

Deshalb steigen laut Bruno Röösli, Abteilungsleiter Wald bei der Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa), in stark genutzten Gebieten die Anforderungen an die Sicherheit, wie die «Luzerner Zeitung» berichtet. Das verursacht immer höhere Kosten. Der Verkauf von Holz wirft wegen der tiefen Preise gleichzeitig immer weniger Gewinn ab.

«Schwierig zu sagen, wo die Schmerzgrenze liegt»

Eine mögliche Lösung ist laut Röösli, beim Kauf eines Bikes eine Benutzungsgebühr für Waldwege zu erheben – ähnlich den Recyclinggebühren, die beim Kauf von Elektrogeräten erhoben werden. In der Schweiz werden jedes Jahr rund 100'000 Bikes verkauft. Dies sei eine Idee, die «vom Kontrollaufwand her wohl umsetzbar wäre».

Bei Swiss Cycling, dem Verband für Radsport in der Schweiz, ist man offen für die Idee: «Wenn der Konsument einen Mehrwert spürt, ­ ist er erfahrungsgemäss bereit, etwas zu bezahlen. Wo die Schmerzgrenze liegt, ist schwierig zu sagen», sagt Sven Montgomery, Breitensportverantwortlicher bei Swiss Cycling. Aber auch andere Waldnutzer müssten laut Montgomery ihren Anteil leisten. Unklar sei auch, ob die Veloindustire bei solchen Plänen mitmache.

In Bern gibts eine Waldvignette

Auch in anderen Kantonen sind die Kosten für die Waldbewirtschaftung ein Thema: So gibt es in Bern eine Waldvignette, mit der Waldgänger auf freiwilliger Basis für 20 Franken einen Beitrag leisten können. In Solothurn zahlen die Gemeinden pro Einwohner einen Fünfliber – das Geld kommt den Waldbesitzern zugute.

Im Aargau wurde vor kurzem eine Initiative zum Thema eingereicht. Darin wird verlangt, dass die Kantonsbeiträge an den Wald von fünf auf jährlich 16 Millionen Franken erhöht werden.

Quelle: 20Minuten.ch

12.4.2017

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

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