Luzerner Kantonsrat – Aus für die Salle Modulable

Der Kantonsrat hat entschieden: Er lehnt einen Sonderkredit für die Projektierung der Salle Modulable ab. Das ist das Ende für das geplante Theaterhaus.

Am Montag schlug im Luzerner Kantonsratssaal die Stunde der Wahrheit für das Projekt Salle Modulable: Der Kantonsrat lehnt einen Planungskredit von 7 Millionen Franken ab. 51 Kantonsräte sprachen sich für den Kredit aus, 62 stimmten dagegen. Zwei Personen enthielten sich.

Bei der Diskussion im Rat wogten die Meinungen hin und her. Die Fraktionen waren gespalten. Als Argumente gegen die Vorlage angebracht wurden die Kosten und die dominierende Rolle des Bermuda Trusts, der 80 Millionen Franken an das Projekt beisteuern soll. Die Befürworter sprachen von einer einmaligen Chance für den Kultur- und Tourismusstandort Luzern.

«Es ist schade, dass es keine Alternativen gab, über die wir hätten diskutieren können», sagt SVP-Fraktionspräsident Guido Müller. Der Rat habe den Entscheid nach einer langen und intensiven Diskussion gefasst. Laut Müller hätten die Standortdiskussion und die Frage zur Finanzierung dem Projekt den Todesstoss versetzt.

«Äusserst schade und ein kultureller Verlust»

Müller mahnt: «Wir hätten die Volksabstimmung der Stadtbevölkerung zum Standort abwarten müssen.» Deshalb hatte Müller in der Kantonsrats-Session einen Abtraktandierungsantrag eingereicht: Die Stimmbevölkerung hätte zuerst sagen sollen, ob sie das Inseli als Standort für die Salle Modulable überhaupt zur Verfügung stellen wolle. Das Parlament lehnte den Antrag jedoch ab. Ganz beerdigen will Müller das Projekt dennoch nicht: Es könne auch sein, dass die Stiftung Salle Modulable das durch den abgelehnten Projektkredit fehlende Geld auftreibt.

Für FDP-Kantonsrat Franz Räber aus Emmenbrücke ist es «sehr tragisch, dass der Entscheid negativ ausgefallen ist». Er war der Meinung, dass die Projektierung hätte gemacht werden sollen und dass sich das Stadtparlament und das Volk zur Salle Modulable hätten äussern können. Räber: «Für Luzern ist es äusserst schade und ein kultureller Verlust.»

In einer Mitteilung zeigte sich die Stiftung Salle Modulable enttäuscht über den Entschluss des Kantonsrats: ««Der Entscheid ist leider kurzsichtig und mutlos. Dieses einmalige Projekt hätte es verdient, dass man die offenen Fragen klärt und nach der Projektierung die Bevölkerung abschliessend darüber entscheiden lässt», so Stiftungspräsident Hubert Achermann.

13.9.2016

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde