Luzerner Landeskirchen suchen mit Postkartenaktion nach Heiratswilligen

Willst Du mich heiraten?

Willst Du mich heiraten?

Bild ZVG Luzerner Landeskirchen

Immer weniger Menschen entscheiden sich für eine kirchliche Trauung: Die Luzerner Landeskirchen wollen nun mit einer Gratispostkarten-Aktion dafür werben.

In Luzerner Bars, Restaurants und Geschäften liegen derzeit Karten mit der Aufschrift «Willst du mich heiraten?» auf. Ankreuzen kann man «ja», «nein» und «vielleicht». Hinter dieser Postkartenaktion stecken die römisch-katholische und reformierte Kirche des Kantons Luzern sowie die christkatholische Kirchengemeinde Luzern: Sie wollen, dass wieder mehr Paare in der Kirche heiraten.

«Der eine oder andere hat sich sicher schon mal Gedanken zum Thema Hochzeit gemacht, wenn nicht sogar zur kirchlichen Trauung. Und gerade in Bars und Restaurant erreichen wir mit den Postkarten viele unterschiedliche Menschen», sagt Dominik Thali vom Fachbereich Kommunikation der katholischen Kirche.

Auf der ökumenischen Website www.kirchlich-heiraten.lu finden Paare Informationen, Hilfe und Kontakte rund um die kirchliche Trauung. Auch gibt die Website Anstösse für den gemeinsamen Weg als Paar.

10'000 verteilte Postkarten

Die rund 3000 Karten, die an Pfarreien und Zivilstandsämter verschickt und weitere 7000 Postkarten, die an 300 Standorten in Restaurants, Bars und Geschäften ausgelegt wurden, sollen Paare auf das kirchliche Heiraten aufmerksam machen. Brautpaare finden auf der Website nicht nur Sachinformationen, sondern auch Checklisten, passende Bibelverse und Kapellen und Kirchen im Kanton Luzern. «Es ist sozusagen eine Bedienungsanleitung zum kirchlich Heiraten», so Thali.

Früher Broschüre, heute Postkarte und Website

Bereits vor rund zehn Jahren wurde eine Broschüre zur kirchlichen Trauung herausgegeben. Diese wurde auf den Hochzeitsmessen verteilt. «Man ging da zwischen Hochzeitskleider und Catering fast unter. Vertiefte Fragen konnten wir dort nicht gut präsentieren», sagt Regina Hauenstein vom Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit der Reformierten Kirche. Die neue Website übernimmt nun diese Funkion. «Da die Menschen heute weborientiert sind, wollen wir auch online eine Anlaufstelle sein», so Hauenstein. Mit der Postkarte wollen die Landeskirchen die Menschen «mit einem Augenzwinkern überraschen».

«Bewusste religiöse Entscheidung»

Die Kirchen verlieren immer mehr ihre «ehemals selbstverständliche Rolle bei der Eheschliessung», wie das Schweizerische Pastoralsoziologische Institut (SPI) in einer Statistik feststellt. Vor 20 Jahren wurden noch rund 60 Prozent mehr Eheschliessungen verzeichnet. 2015 wurden in der Schweiz 3845 Paare katholisch getraut. Im Jahr zuvor waren es noch 4085 Trauungen gewesen. 3780 Paare liessen sich in der reformierten Kirche im Jahr 2015 trauen - 4,8 % weniger als im Vorjahr.

«Heute ist die Zahl kirchlicher Eheschliessungen zwar niedriger, die persönliche Bedeutung einer kirchlichen Trauung hat sich jedoch von einer blossen Tradition hin zu einer bewussten religiösen Entscheidung gewandelt», schreibt das SPI. «Deswegen geben wir aber nicht auf. Wir lassen uns nur etwas neues einfallen», sagt Thali. Hauenstein sieht auch die Möglichkeit weiterer Postkartenaktionen. «Es soll keine einmalige Aktion bleiben.»

Auch für Heterosexuelle und Geschiedene

Die Website soll «für alle sein», bestätigt Thali. Unter dem Stichwort «gleichgeschlechtlich» erfahren reformierte und christkatholische Paare, dass eine Segnungsfeier möglich ist. Homosexuelle katholische Paare sollen sich «an den Seelsorger oder die Seelsorgerin am Wohnort» wenden, «um die Möglichkeiten zu besprechen». Auch für Geschiedene, die nochmals heiraten wollen oder für jene mit Kindern, gibt es eine Rubrik.

Quelle: 20Minuten

6.9.2017

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde