Luzerner Polizei von Jugendlichem wegen Hundebissen verklagt

Polizeihund Dodge

Polizeihund Dodge (Symbolbild)

Bild ZVG Luzerner Polizei

Skurriler Fall nach zwei Hundebissen: Ein Jugendlicher fühlt sich von der Luzerner Polizei misshandelt und erstellte Anzeige. Denn zwei Polizisten sollen am 21. April letzten Jahres ihr Amt missbraucht haben, so der Vorwurf des Jugendlichen. Damals seien zwei Jugendliche in ein seit Jahren leer stehendes Haus eingedrungen, berichtete die «Zentralschweiz am Sonntag». Dabei sollen sie Scheiben eingeschlagen und Sachen demoliert haben.

Die Polizei sei damals mit Diensthunden ausgerückt, heisst es im Bericht. Weil ein Jugendlicher flüchtete, kamen sie zum Einsatz, wie die Zeitung weiter berichtete.

Schlimme Vorwürfe gegen die Polizisten

Die Hunde nahmen die Fährte auf und fanden den jungen Mann versteckt in einem Gebüsch. Die Polizisten riefen ihm zu, er solle stehen bleiben. Doch er versuchte trotzdem zu fliehen – vergebens. Polizeihund Inouk habe den jungen Mann verfolgt und brachte ihn mit einem Biss ins Bein zu Fall.

Über den weiteren Verlauf des Einsatzes sind sich die Parteien uneinig. Der Jugendliche behauptet, der Hund habe sich in seinem Bein verbissen. Dann hätten die Polizisten ihn noch am Boden liegend gefesselt und durchsucht. Als er aufstehen sollte, konnte er dies nur «unter erheblichen Schmerzen». Inouk soll genau dann noch einmal zugebissen haben.

Nachdem er auf den Posten gebracht worden sei, habe man sich nicht mehr um ihn gekümmert. Erst nach über einer Stunde habe man ihn in die Notfallpraxis gebracht – trotz seiner anhaltenden Schmerzen. Der Jugendliche fühlte sich erniedrigend behandelt, berichtete die Zeitung. Er beschuldigt die Polizisten der Körperverletzung und des Amtsmissbrauchs.

Jugendlicher vor Ort versorgt

Die Polizisten schildern den Vorfall ganz anders. Nach dem Biss seien sie zum Jugendlichen geeilt. Dieser habe mit dem Hund gekämpft und ihn mit beiden Händen an den Ohren gerissen. Für Inouk sei dies ein Kampf um Leben und Tod gewesen. Der Hundeführer vermutet, dass es so zum zweiten Biss gekommen ist.

Als der junge Mann nach Zurufen der Polizei endlich aufgehört habe sich zu wehren, entfernten sie den Hund. Erst dann habe man den Jugendlichen festgenommen. «Sonst würde man riskieren, dass der Hund die Arbeitskollegen verletzt», gab der Hundeführer gegenüber der Staatsanwaltschaft zu Protokoll. Er mache nur «seine Büez und plage und foltere keine Leute».

Verfahren wurden eingestellt

Die Staatsanwaltschaft hält die Aussagen der Polizei für glaubwürdig und stellte das Verfahren gegen die Polizisten ein.

Die Polizei hätte den Straftäter nicht unnötig leiden lassen. Man habe den jungen Mann noch vor Ort versorgt, bis zu einem Arztbesuch seien höchstens eine Stunde und 39 Minuten vergangen, die Polizei habe in dieser Zeit auch versucht, drei verschiedene Amtsärzte aufzubieten. Weil dies erfolglos blieb, sei man in die Notfallpraxis gefahren.

Das Kantonsgericht stützt nun diesen Entscheid, berichtete die «Zentralschweiz am Sonntag».

Quelle: 20Minuten

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