Luzerner Pralinés von Confiserie Bachmann kommen an Zürcher Bahnhofstrasse

Foto Joseph Birrer

Gleich auf drei Stockwerken mietet sich die Luzerner Confiserie Bachmann an der Zürcher Bahnhofstrasse ein. Für die Lagerung der Pralinés wählt sie einen besonders sicheren Ort.

Die Bahnhofstrasse 89 unweit des Zürcher Hauptbahnhofs wird rosarot – die Hausfarbe von Bachmann. Die Luzerner Confiserie eröffnet hier im Frühsommer 2018 ihr grösstes Fachgeschäft auf drei Stockwerken und schafft über 50 neue Arbeitsplätze. Derzeit betreibt Ikea in diesen Räumen einen Pop-up-Store. Davor verkaufte die inzwischen Konkurs gegangene Yendi-Kette Kleider und noch früher war die Credit Suisse eingemietet.

«Das ist für uns ein Riesending», bestätigt Mitinhaber Raphael Bachmann einen Bericht der «Luzerner Zeitung». Man habe nicht aktiv gesucht, sondern sei von einem Berater kontaktiert worden. Bereits im Sihlcity und in Spreitenbach war Bachmann angefragt worden. «Beide Fachgeschäfte laufen super, das bestärkt uns punkto Expansion.» Dabei sei eine Expansion nach Zürich früher kein Thema gewesen. «Wir sagten immer, wir gehen nie an einen Ort, wo wir erklären müssen, wer wir sind.»

«Perfekte Ergänzung»

Die Hauseigentümerin Tanova suchte bewusst nach einem langjährigen Mieter. «Das Familienunternehmen Bachmann hat ein spannendes Konzept und verfügt über viel Erfahrung. Die Confiserie Bachmann passt gut an die Bahnhofstrasse und sorgt für die perfekte Ergänzung des Angebots im Quartier», wird Tanova-Sprecherin Lisa Meyerhans in dem Bericht zitiert.

Angelehnt ans Hauptgeschäft am Luzerner Schwanenplatz wird an der Zürcher Bahnhofstrasse viel Schokolade im Angebot sein – aber auch Brote, Snacks, ein Café und ein Glacestand – die ganze Bachmann-Palette eben. Für die Lagerung der Pralinés verspricht der Mitinhaber augenzwinkernd eine besonders sichere Kühlzelle: «Im Untergeschoss sind die Betonmauern meterdick, weil sich hier früher der Banktresor der Credit Suisse befand.»

Miete bleibt geheim

Wie viel Miete die Confiserie bezahlt, darüber wurde laut Raphael Bachmann Stillschweigen vereinbart. Nur so viel: «Wir können uns einen solchen Standort leisten, weil wir im Branchenvergleich über einen sehr hohen Kundenfranken verfügen.» Will heissen: Die Kunden geben viel Geld aus, kaufen am Morgen nicht bloss ein Gipfeli, sondern auch etwas fürs Zmittag und Zvieri.

Fast alle Produkte werden in Zürich gleich viel kosten wie in Luzern. «Obwohl die Miet- und Personalkosten in Zürich höher sind», sagt Bachmann. Einzig vor Ort zubereitete Produkte wie Kaffee würden etwas mehr kosten. Und: Die Luxemburgerli müssen Macarons heissen. Die Zürcher Confiserie Sprüngli gewährt Bachmann das Namen-Nutzungsrecht nur für die Filialen in den Kantonen Luzern, Ob- und Nidwalden.

Apropos Sprüngli: Die Zürcher Traditionsconfiserie hat ebenfalls an der Bahnhofstrasse ihr Hauptgeschäft. CEO Tomas Prenosil sagt zum Zuzug von Bachmann: «Davon profitiert letztlich die ganze Bahnhofstrasse.» Für Sprüngli sei das Lokal kein Thema gewesen: «Wir sind bereits mit zwei Geschäften an der Bahnhofstrasse selber und mit vier weiteren im Hauptbahnhof präsent.» Man prüfe aber regelmässig neue Standorte, «auch in Luzern».

«Food-Anbieter boomen»

Die neueste Entwicklung erstaunt Retail-Experte und Broker Marc-Christian Riebe nicht: «Die Modebranche ächzt unter dem Onlinehandel, Food-Anbieter hingegen boomen.» Das zeige etwa Yooji's, der erfolgreich Sushi verkaufe. Trotzdem werde nun nicht jedes frei werdende Ladenlokal von einem Food-Anbieter übernommen: Im St.-Gotthard-Gebäude folgte auf H&M ein Sunrise-Shop. Zudem macht laut Riebe das Modelabel Bonita bald Platz für den Kosmetik-Retailer Kiko Milano und das Goldhaus für Beldona. Riebe: «Sicher ist, die Bahnhofstrasse wird sich weiter wandeln.»

Quelle: 20Minuten

21.9.2017

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde