Luzerns Stadtpräsident Stefan Roth tritt zurück

Der Luzerner Stadtpräsident und Finanzdirektor Stefan Roth tritt Mitte September 2016 zurück. In einem Brief schreibt Stefan Roth, der Entzug des Vertrauens durch die Stimmbevölkerung habe ihn «zutiefst betroffen gemacht». Stefan Roth verlor diesen Frühling die Kampfwahl ums Stadtpräsidium.

Es war 2010 als der heute 55-jährige Stefan Roth in die Luzerner Stadtregierung gewählt wurde. 2012 übernahm der Finanzdirektor zudem das Stadtpräsidium.

Bei den letzten Wahlen im Frühling 2016 musste Stefan Roth eine herbe Niederlage einstecken: Im ersten Wahlgang wurde er weder als Stadtrat noch als Stadtpräsident gewählt. Im zweiten Wahlgang Anfang Juni wurde Roth schliesslich als Stadtrat wiedergewählt. Die Kampfwahl um das Stadtpräsidium verlor er jedoch gegen SP-Mann Beat Züsli.

Dieser bevorstehende Rollenwechsel beschäftige ihn und hinterlasse «emotionale und physische Spuren», schreibt Stefan Roth weiter. Er habe sich als Stadtpräsident immer sehr wohl gefühlt. Nach intensiven Gesprächen sei er zum Schluss gekommen, den Rücktritt einzureichen.

Machtballung und Abstimmungsniederlagen

Roth orientierte den Stadtrat am Donnerstag über seinen Rücktritt. Dieser genehmigte in der Folge das Gesuch, wie Roth schreibt. Der scheidende Stadtrat will sich nun beruflich neu ausrichten.

Stefan Roth konnte als Stadtpräsident nie an die Popularität seines Vorgängers und «Stadtvaters» Urs W. Studer anknüpfen. Zudem musste er als Finanzdirektor mehrere umstrittene Sparvorhaben verteidigen und wirkte bei einzelnen Abstimmungsniederlagen, etwa bei der Kürzung der Stadtratslöhne, wenig souverän. Kritik brachte ihm auch die Machtballung als «Stapi» und Finanzdirektor ein.

«Überraschung» für die SVP

Die ersten Reaktionen der Parteien auf den angekündigten Rücktritt von Stadtrat Stefan Roth fallen unterschiedlich aus. Auch wenn der genaue Zeitpunkt des Rücktritts erst noch bekannt wird, sagt Peter With, der Präsident der Stadtluzerner SVP: «Ich bin überrascht über den Zeitpunkt dieser Nachricht, so kurz nach der Wahl im Juni. Wir würden erwarten, dass Stefan Roth den grösseren Teil seiner Legislatur beendet.»

With will nicht voreilig Anspruch auf einen SVP-Sitz in der Luzerner Stadtregierung erheben. «Wichtig ist uns grundsätzlich, dass dieser Sitz in bürgerlicher Hand bleibt. Zuerst müssen wir jetzt aber parteiintern diskutieren und auch mit den anderen Parteien Gespräche führen», so Peter With gegenüber Radio SRF.

17.8.2016

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde