Mieterverband will Transparenz für Vormieten

Cyrill Studer

Cyrill Studer

Bild ZVG Xing

Die Bekanntgabe der Vormiete bei einem Mieterwechsel soll in Luzern per Initiative erreicht werden. Dazu sammelt der Mieterverband nun Unterschriften.

«Die Mietzinse sind schweizweit viel zu hoch. Vor allem bei Mieterwechseln werden die Zinse erhöht, vielfach ohne Mehrleistung durch den Vermieter», sagt Cyrill Studer, Geschäftsleiter des Mieterverbands Luzern. Darum lanciert der Mieterverband nun die kantonale Volksinitiative namens «Fair von Anfang an, dank transparenter Vormiete!», wie in der aktuellsten Ausgabe vom Kantonsblattes zu lesen ist. Bis am 5. Mai 2018 hat der Mieterverband nun Zeit, die 4000 benötigten Unterschriften zu sammeln. Studer: «Dank dieser Transparenz hätte die Mieterschaft echte Vergleichsmöglichkeiten, Mietzins-Exzesse werden sofort erkannt und können angefochten werden.»

2013 hatte ein entsprechender Vorstoss im Luzerner Kantonsparlement keine Chance, obwohl sich die Regierung für die Transparenz ausgesprochen hatte. Eine Formularpflicht ist im letzten Jahr auch im National- und Ständerat gescheitert. Trotzdem blickt Studer positiv in die Zukunft: «Wir rechnen damit, dass die Initiative in Luzern gute Chancen hat.» Dies zeige sich auch daran, dass sich für die Generalversammlung des Mieterverbands am kommenden Mittwoch bereits 400 Mitglieder angemeldet haben und aus Platzgründen keine weiteren Anmeldungen berücksichtigt werden können.

Mieterverband will Papierkrieg klein halten

Gegen Transparenz sei normalerweise niemand – ausser im Mietwesen. Erfahrungen aus anderen Kantonen zeigen, dass die automatische Offenlegung der Vormiete eine preisdämpfende Wirkung habe. Unfaire Vermieter würden von Anfang an einen Schuss vor den Bug erhalten und die fairen Vermieter an Glaubwürdigkeit gewinnen. «Vermieter würden vermutlich eher nur 50 oder 100 Franken aufschlagen als gleich mehrere 100 Franken, wenn sie die Vormiete bekannt geben müssen», sagt Studer weiter.

Der Leerwohnungsbestand wird im Kanton Luzern jeweils per 1. Juni ermittelt. Liegt der Leerwohnungsbestand gegenüber dem Vorjahr neu unter dem Wert von 1,5 Prozent, müsste der Regierungsrat die Vermieter dazu auffordern, das Formular mit den Angaben zur Vormiete transparent zu machen. Sind mehr als 1,5 Prozent der Wohnungen leer, könnte der Regierungsrat diese Pflicht wieder aufheben. In dieser Hinsicht habe sich der Mieterverband an die nationale Gesetzgebung gehalten.

Laut Studer soll der administrative Aufwand für Vermieter möglichst klein gehalten werden. Der Hauseigentümerverband Luzern war am Sonntag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Quelle: 20Minuten

8.5.2013

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

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