Mietpreise in der Zentralschweiz sinken

Wenn man über Comparis Mietwohnungen in der Zentralschweiz sucht, fällt auf, dass Objekte länger angeboten und günstiger werden.

Wer vor einigen Jahren in der Zentralschweiz eine freie Wohnung suchte, hatte es schwer, ein passendes Objekt zu finden, weil das Angebot knapp war. Wohnungen, die zu vermieten waren, sprengten oft das Budget des Suchenden. Nun fällt auf der Immobilien-Seite von Comparis auf, dass die Auswahl an freien Mietwohnungen grösser wurde.

Mehr noch: Viele Objekte stehen seit Monaten leer, sodass die Vermieter reagieren. Beispielsweise wird eine 4,5-Zimmer-Wohnung in Meggen als Gelegenheit angepriesen, weil der künftige Mieter der Wohnung während fünf Jahren mit keiner Mietzinserhöhung rechnen muss. Doch damit nicht genug: Diese Wohnung wurde erstmals vor drei Monaten für 1990 Franken inklusive Nebenkosten angeboten. Aktuell kostet sie 1800 Franken Miete.

Teilweise mehrere hundert Franken günstiger

Ein weiteres Beispiel ist eine 3,5-Zimmer-Attikawohnung in Küssnacht. Diese wurde vor einem Jahr inklusive Nebenkosten für 3650 Franken angeboten. In der Zwischenzeit ist die Miete um 300 Franken pro Monat gesunken.

Elio Vanoli, Mitglied der Geschäftsleitung der Vanoli Immobilien Treuhand AG mit Sitz in Immensee SZ, bestätigt auf Anfrage, dass die Mietpreise unter Druck sind: «Im Preissegment ab ungefähr 3000 Franken Miete ist im Kanton Schwyz mit einer längeren Vermarktungsdauer zu rechnen.» Das Kundensegment sei kleiner geworden und besonders die Zuwanderung aus Deutschland habe abgenommen. Zudem sei der rege Neuwohnungsbau in der Zentralschweiz ein Grund. «Teure Mietwohnungen stehen ausserdem in Konkurrenz mit Eigentumswohnungen», sagt Vanoli weiter. Er hält aber fest, dass gute Objekte an guter Lage keine Mietzinseinbrüche zu verzeichnen hätten.

Leichter Rückgang auch 2018

Auch Robert Weinert, Leiter Immo-Monitoring bei Wüest Partner in Zürich, bestätigt, dass die Mieten in der Zentralschweiz tendenziell günstiger wurden. Er hat die Preisentwicklung zwischen dem dritten Quartal 2014 und 2017 verglichen und ist zum Ergebnis gekommen, dass sogar im Kanton Zug die Mietpreise auf hohem Niveau im Schnitt bis sechs Prozent gesunken sind. Auf tiefem Niveau sind die Mieten auch im Kanton Uri um sechs Prozent gesunken. In Schwyz und Nidwalden um fün- und in Obwalden um zwei Prozent. Stabil präsentieren sich die Preise im Kanton Luzern.

«Für 2018 rechnen wir in der Zentralschweiz mit einer weiteren Reduktion von durchschnittlich rund einem Prozent», sagt Weinert. Für Mieter heisst die gute Nachricht: Weil noch viel gebaut wird, kann man sich ruhig Zeit lassen, bis das passende Wunsch-Objekt gefunden wird.

Quelle: 20Minuten

31.10.2017

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde