Montana zum Hotel des Jahres gekührt

Fritz Erni Hotel Montana Luzern

Fritz Erni Hotel Montana Luzern

Fritz Erni Hotel Montana Luzern

Hoteldirektor Fritz Erni nimmt die Auszeichnung von Karl Wild entgegen. Foto Dario Zimmerli. Bild ZVG

Ayala zu Kommissar Hernando in der TV-Serie «Grand Hotel» - Angelas Geheimnis

Hernando, manchmal bewundere ich Sie um Ihre Einfältigkeit.

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Jetzt aber mal Hand aufs Herz: So sehr einen der Erfolg des Luzerner Hotels freut, stellt sich langsam aber sicher doch die Frage: Gibt es eigentlich nur noch das Luzerner Hotel Montana in der Schweiz? Das Viersterne-Stadthotel wurde von der SonntagsZeitung zum Hotel des Jahres 2018/19 gekürt. Gastgeber Fritz Erni zeigt sich höchst erfreut über diesen Erfolg. Ja was ums Himmels Willen soll er denn sonst zeigen ausser Freude? Warum hat er nicht gleich geweint? Bei einer veritablen Preisverleihung gehören Tränen doch längst zum Standard. Sogar Robert de Niro weinte bei der ersten Oscar-Verleihung. Diesen PR-Gag der wirklichen Hollywoodstars hat Fritz Erni (noch) nicht drauf. Kommt aber vermutlich noch.

Die Preisverleihungen an Fritz Erni und somit an das Hotel Montana nehmen langsam inflationäre und – weil die Schweiz so verdammt klein ist – auch inzestuöse Züge an. Kann man das wirklich noch ernst nehmen oder wird diese Fliessbandlobhudelei nicht viel mehr zum Running Gag? Hotelier des Jahrtausends, bestes Vier-Sterne-Hotel der Welt, tollste Suite des Universums und jetzt noch Hotel des Jahres. Die vielzitierte Overdose. Dies alles im Eilverfahren innert zwei oder drei Jahren. Wie wäre es, wenn man einen bekannten Luzerner Geschäftsmann zitieren würde, der sich kürzlich hinter vorgehaltener Hand wie folgt äusserte: «Das Preis-/Leistungsverhältnis im Montana stimmt seit einiger Zeit schlicht und einfach nicht mehr.»

Natürlich ist die Bude (an schönen Tagen) brechend voll. Doch dies der «Mischung aus Innovation, Kreativität, erstklassigem Service und persönlicher Gastfreundschaft zuzuordnen, ist nichts anderes als bombastischer PR-Speech. Steht vermutlich so geschrieben auf der Website vom Montana. «It's the Place, Stupid», würde Bill Clinton wohl zu Recht sagen. Denn Innovation, Kreativität, erstklassigen Service und persönliche Gastfreundschaft bieten vermutlich im hart umkämpften Hotelmarkt der Schweiz die meisten Hotels. Selbst den Sternekoch finden wir inzwischen in beinahe jedem Hotel. Aber scheinbar besucht die Muppetshow der Gastrokritiker nur noch das Montana in Luzern. Wozu hat man denn eine Standseilbahn? Genau! Damit auch ältere Herrschaften zur hochgelegenen Hotelterrasse kommen. Ob Fritz Erni einer der besten Anzeigenkunden bei der Sonntags-Zeitung ist? Who cares.

Es ist die sensationelle Lage, die das Montana so einzigartig macht und nichts anderes. Der - zusammen mit dem Hotel Gütsch – schönste und eindrücklichste Panoramablick auf den Vierwaldstättersee und die Innerschweizer Alpen. Und dies erst noch aus erhöhter Warte. Wie auf einem Hochsitz bei der Gemsenjagd. Wer hier nicht reüssiert, muss sehr vieles falsch machen. Oder von einem Investor wie das Hotel Gütsch gebeutelt werden, dem Wohl und Wehe des Hotels so ziemlich am Allerwertesten vorbeigeht.

Doch lasst uns weiterlesen im Promo-Text: Mit der Wahl zum besten Hotel 2018/19 der Schweiz gelingt dem Art Deco Hotel Montana eine kleine Sensation. Denn zum ersten Mal ist ein Viersterne-Hotel die absolute Nummer 1 unter den Schweizer Hotels. Nach der Wahl von Fritz Erni zum Hotelier des Jahres 2017 ist diese Auszeichnung ein weiterer Meilenstein für den Vollblut-Gastgeber und sein kreatives Team. «Seit über zwanzig Jahren darf ich das wohl lebendigste Hotel der Schweiz mit den engagiertesten Mitarbeitenden führen. Nun setzt diese Ehrung all unseren verrückten Ideen und unserem Mut, aber auch unserer Beständigkeit die Krone auf», freut sich Fritz Erni.

Es ist wohl die unkonventionelle Mischung aus Innovation, Kreativität, erstklassigem Service und persönlicher Gastfreundschaft, die das Art Deco Hotel Montana zum besten Hotel der Schweiz macht. Geschrieben wird die Erfolgsstory täglich von den engagierten Mitarbeitenden, die das Viersterne-Hotel prägen. «Die Auszeichnung gehört dem gesamten Montana-Team. Alle Mitarbeitenden haben zu dieser wertvollen Auszeichnung beigetragen. Denn sie stellen den Gast jeden Tag in den Mittelpunkt, begeistern ihn mit unseren Erlebniswelten und inszenieren unsere Ideen à la perfection», sagt Fritz Erni.

Bleibt eigentlich nur eine Frage offen, die uns alle bewegt: Wann wird Fritz Erni endlich zum Papst gewählt? Die Tiara würde ihm ja wirklich wie angegossen aufs Haupt passen.

30.5.2018

Frühling in der Zentralschweiz

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Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde