Neue Ansätze in der MS-Behandlung

State of the Art Symposium

State of the Art Symposium

Bild ZVG State of Art Symposium

Die 20. Ausgabe des State of the Art Symposiums wartete unter dem Titel «Experimental Therapies in Multiple Sclerosis» mit einem kontrastreichen Programm auf. Zur Feier dieses Jubiläums fand am Vortag in Luzern zusätzlich das MS Researcher Meeting statt.

Der Fachkongress «State of the Art Symposium» der Schweiz. MS-Gesellschaft versammelt seit nunmehr 20 Jahren die wichtigsten MS-Experten und bildete auch 2018 einen ersten Höhepunkt im Kalenderjahr. Die Ausgabe vom 27. Januar widmete sich neuen Ansätzen zur MS-Behandlung. Auf dem Programm stand eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Stammzelltherapie bei MS. In der Podiumsdiskussion wurden potentielle Vor- und Nachteile dieses Ansatzes intensiv diskutiert.

Darmbakterien und antivirale Therapien

Es ist wichtig, Multiple Sklerose aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, um die Krankheit besser zu verstehen. Am Symposium wurden neue Erkenntnisse zur möglichen Ursache und zu Behandlungsmöglichkeiten präsentiert. Beispielsweise wird intensiv über die Zusammenhänge von Ernährung, Darmbakterien und MS geforscht oder der Hypothese nachgegangen, dass MS durch einen Virus ausgelöst wird.

Personalisierte Medizin

Am Nachmittag setzten sich die Teilnehmenden in Workshops unter anderem mit der sogenannten P4 Medizin auseinander. P4 steht für Präzis (bei der Diagnose), Präventiv, Personalisiert & Partizipativ. Gerade letzteres deutet darauf hin, dass nicht nur individualisiert auf Patienten eingegangen werden soll, sondern diese sollen sich auch in die eigene Behandlung einbringen können. Eine wichtige Rolle spielen hier zwei von der MS-Gesellschaft unterstützte Forschungsprojekte: Die MS Kohortenstudie, die wichtige Daten liefert und das Schweizer MS Register, das die in der personalisierten Medizin so wichtige Patientenperspektive abbildet.

Neuroprotektion, PML und Exergaming

Weitere Workshops widmeten sich unter anderem den Möglichkeiten und Notwendigkeiten der Neuroprotektion bei MS oder den Fortschritten in der Bekämpfung von PML, einer gefürchteten Infektion des Gehirns, die als Nebenwirkung einiger MS-Medikamente auftreten kann. Mit dem Workshop «Apps and Video Games for MS-Training» wurde das Potential neuer Technologien in der Therapie diskutiert, unter anderem mit Themen wie Virtual Reality oder Exergaming (Exercise=Training, Gaming=Computerspiele).

MS Researcher Meeting

Am Vortag trafen sich die von der Schweiz. MS-Gesellschaft in den letzten Jahren geförderten Forscher zum MS Researcher Meeting. In kurzen Vorträgen und noch kürzeren 2-Minuten-Präsentationen (genannt «Posterblitz») wurde dem Fachpublikum das Panorama der MS-Forschung in der Schweiz – von der Pathogenesen- bis zur Lebensqualitätsforschung – ausgebreitet. Das MS Researcher Meeting ist insbesondere für Nachwuchsforschende eine wertvolle Gelegenheit, um sich untereinander über neue Forschungsideen auszutauschen und sich den gemeinsamen Zielen zu verpflichten: Vom besseren Verständnis der MS über die Verbesserung der Lebensqualität bis hin zur möglichen Zukunft ohne MS.

30.1.2018

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde