Neue Stadtparks für Luzern

Eine 20'000 Quadratmeter grosse Grünfläche soll über den Luzerner Bahngleisen realisiert werden. Die Stadt ist dieser Idee nicht abgeneigt.

Der Grüne Grossstadtrat Christian Hochstrasser hat eine Vision: Es soll in Luzern ein langgezogener Park über den Gleisen entstehen. «Die Idee ist, für zwei Zugabschnitte in der Neustadt und im Bruchquartier eine Überdachung zu prüfen», sagt Hochstrasser. Zum einen zwischen der Neustadtstrasse und dem Paulusplatz, zum anderen zwischen der Sälistrasse und dem Heimbachschulhaus. In diesen Gebieten ist wenig Grünfläche und wenig Freiraum für die Anwohner vorhanden. «Eine Überdeckung hat ein grosses Potentzial», ist sich Hochstrasser sicher. Dabei handelt es sich um rund 20'000 Quadratmeter Nutzungsfläche.

Idee stosst bei Stadt auf offene Ohren

Hochstrasser geht davon aus, dass die Umsetzung dieses Baues «kaum vor 10 Jahren» möglich sei. Dennoch hofft er, dass seine Forderung via Postulat so schnell wie möglich umgesetzt wird. Er könnte Glück haben: Denn eine solche Überbauung stösst bei der Stadt Luzern auf offene Ohren – der Stadtrat empfiehlt den Vorstoss zur Annahme. «Es ist eine interessante Idee», sagt Baudirektorin Manuela Jost (GLP) gegenüber Zentralplus.

«Wir freuen uns natürlich, dass die Regierung darin ebenfalls eine attraktive Nutzung sieht», sagt der Grossstadtrat. «Wir wissen, dass es eine komplexe Sache ist. Es geht nicht von heute auf morgen.» Dennoch bedauert es Hochstrasser, dass die Regierung nur erste Vorabklärungen zur grossen Grünfläche macht und es nicht schneller vorangeht.

Dach über Gleisen ist ein «Generationenprojekt»

Die Grünfläche über den Gleisen ist ein Generationenprojekt, sagt Hochstrasser, das grosse Ausstrahlung haben werde. «Ein neuer Stadtpark trägt zur Standortattraktivität bei», ist sich Hochstrasser sicher. Vorstellbar wären darauf ein Spielplatz, ein Kiosk oder ein Café. Es soll genügend Platz für Velos und Fussgänger geben. «Und es soll zum Flanieren einladen», so Hochstrasser. Eine Bebauung mit Häusern werde nicht möglich sein. Das errichtete Dach wird laut Hochtsrasser gerade zwischen Sälistrasse und Heimbachschule zu einer höheren Wohnqualität führen. Auch könnten durch die neue Fläche zwei Quartiere verbunden werden.

18 Jahre Bauzeit

Auch im Kanton Aargau wurde ein ähnliches Projekt über der Autobahn A1 in Neuenhof realisiert. Ebenso in Genf: Dorf betrug die Bauzeit eines 430 Meter langen Daches über den Gleisen ganze 18 Jahre und kostete 34 Millionen Franken. Wir das Postulat im Stadtparlament angenommen, will der Stadtrat Grundlageninfos beschaffen, über eine Machbarkeitsstudie diskutiert werden kann.

Alleine für diese rechnet die Stadt mit Kosten von rund 100’000 Franken. Was die Umsetzung des ganzen Projektes kosten wird, kann derzeit noch nicht gesagt werden. «Klar ijt schon heute: Es wird teurer werden als eine normale Grünfläche, da darunter Züge fahren», sagt Hochstrasser «Aber ich bin davon überzeugt, dass sich diese Investition lohnen wird.»

Quelle: 20Minuten

6.11.2017

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde