Neuer Polizeichef handelt schnell

Mit der Suspendierung eines verurteilten Offiziers werden die Massnahmen aus der Luzerner Polizeikrise umgesetzt. Überraschend: Auch der Fall Luchs wird administrativ wieder aufgerollt.

Das Bundesgericht hat einen 62-jährigen Polizisten unter anderem der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen. Der Polizist wurde vorläufig vom Dienst suspendiert. Gegen ihn wird eine sistierte Administrativuntersuchung wieder aufgenommen.

Genau dieses Vorgehen skizzierte auch der Untersuchungsbeauftragte Jürg Sollberger in seinem Untersuchungsbericht über die Polizeikrise: Demnach ist eine Administrativuntersuchung bei einem Verdacht auf eine Dienstpflichtverletzung unverzüglich zu eröffnen. Wenn dann eine Strafuntersuchung gestartet wird, ist die Administrativuntersuchung in der Regel zu sistieren , wie es in den Empfehlungen von Sollberger heisst. Spätestens bei Abschluss des Strafverfahrens ist die Administrativuntersuchung fortzuführen.

Jürg Sollberger untersucht

Der interimistische Polizeikommandant Adi Achermann setzt die Empfehlungen und neuen Dienstbefehle um. Er sagt: Wir haben nach dem Urteilsspruch sehr rasch gehandelt und setzen die Vorgaben von Sollberger korrekt um. In den meisten Fällen werde bei einem laufenden Strafverfahren eine Administrativuntersuchung eröffnet und gleich wieder sistiert, bis ein rechtskräftiges Urteil vorliege.

Beauftragt mit der Administrativuntersuchung ist wiederum Jürg Sollberger. Er untersucht nicht nur die Vorgänge rund um den Sprengstoffunfall im Kanton Nidwalden aus personalrechtlicher Sicht, sondern gemäss Recherchen auch jene Vorgänge rund um den Fall Luchs, in die der Luzerner Polizeioffizier als Einsatzleiter verwickelt war und inzwischen freigesprochen wurde. Dass der Fall Luchs von 2005 somit noch nicht abgeschlossen ist, war bis dato nicht bekannt.

Quelle: Neue Luzerner Zeitung

5.2.2014

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde