Protest gegen angedrohte Schliessung von Luzerner Museen

Dem Natur- und dem Historischen Museum könnten wegen der Sparmassnahmen des Kantons schon bald die Lichter ausgehen. Nun regt sich Widerstand.

Geht es nach dem Luzerner Regierungsrat könnten das Natur- und das Historische Museum per 1. Januar 2018 geschlossen werden: Dadurch könnten pro Jahr 1,6 Millionen Franken eingespart werden. Nun regt sich aber Widerstand aus der Bevölkerung. Seit Montag werden auf der Website SOS-Museen Unterschriften gegen das Lichterlöschen gesammelt. Prominente Unterstützung erhalten die Initianten etwa von den alt Stadträten Ursula Stämmer und Ruedi Meier sowie von Kabarettist Emil Steinberger. Bis am frühen Montagabend hatten bereits über 1000 Personen die Aktion mit ihren Unterschriften unterstützt.

Museen glänzten 2016 mit Besucherrekord

Gestartet wurde der Protest von Marcus Wüest, Präsident der Freunde Historisches Museum Luzern und Hans R. Boesch, Präsident der Freunde des Natur Museums Luzern. «Wir müssen eine Schliessung der Museen verhindern», sagt Boesch. Die Museen seien wichtig für die Bevölkerung des Kantons. Es könne nicht nur immer gespart werden – vielmehr brauche es nun Visionen von Seiten der Politik. Boesch verweist auch auf die Zahlen: «Im Jahr 2016 gab es einen Besucherrekord in den beiden Museen. Registriert wurden rund 95'000 Besucher.» Auch im laufenden Jahr könnten sich die Zahlen sehen lassen.

«Regierung will Schuldenbremse durchboxen»

Für Wüest wäre eine Schliessung der Museen in erster Linie ein Kultur- und Identitätsverlust. «Wir könnten uns nicht mehr mit der eigenen Vergangenheit auseinandersetzen und es würde viel Wissen verloren gehen.» Er ärgert sich auch darüber, dass der Kanton den beiden Museen eine Prüfung zur Fusion mit dem Gletschergarten in Auftrag gab und das Ergebnis der Studie nicht abgewartet wurde. Wüest hat zwar Verständnis für die Sparbemühungen, er erwarte aber jetzt vom Regierungsrat, dass mit den Museums-Verantwortlichen das Gespräch für Lösungen gesucht wird. «Jetzt sieht das nach einem Druckversuch der Regierung aus, damit sie im Kantonsrat die Lockerung der Schuldenbremse durchboxen können», sagt Wüest weiter.

Für Schliessung wäre Gesetzesänderung nötig

Dass die Schliessung der Museen nur dann zur Debatte stehe, wenn der Kantonsrat die Schuldenbremse im September nicht lockern würde, bestätigt Karin Pauleweit, Leiterin der Dienststelle Hochschuldbildung und Kultur beim Kanton Luzern, auf Anfrage: «Würde die Schuldenbremse nicht gelockert, müsste der Kanton als drastische Massnahme weitere 25 Millionen Franken einsparen.» Laut Pauleweit wäre für die Schliessung der Museen eine Gesetzesänderung nötig. Dies wäre nicht wie ursprünglich angekündigt per 1. Januar 2018 umsetzbar. Falls die Museen geschlossen würden, wären insgesamt knapp 19 Vollzeitstellen betroffen. Was danach mit den Sammlungen, Objekten und Liegenschaften passieren würde, sei noch offen.

Quelle: 20Minuten

18.7.2017

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde