Rainbow City Label soll mehr homosexuelle Touristen nach Luzern locken

Somewhere over the Rainbow

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Foto Joseph Birrer

Luzern soll auf die Weltkarte der Städte kommen, die dem homo-freundlichen Rainbow Cities Network angehören. Davon erhoffen sich auch Touristiker einiges.

Die Stadt Luzern soll die Anliegen und Wünsche der LGBTI-Gemeinde besser wahrnehmen. Dazu empfiehlt die Sozialkommission des Stadtparlaments, dem weltweiten Netzwerk Rainbow Cities Network beizutreten. Die Regierung lehnte dies ab.

Die Kommission habe den Bevölkerungsantrag «Ja zur offenen Regenbogenstadt Luzern» vollständig überwiesen, teilte sie am Mittwoch mit. Eine Mehrheit der Mitglieder erhoffe sich eine stärkere Unterstützung der in Luzern existierenden queeren Gemeinde, die stark auf Ehrenamtlichkeit basiere und von der Stadt nur indirekt unterstützt werde.

Der Luzerner Stadtrat hatte den Antrag nur teilweise entgegengenommen. Zwar war er bereit, sich gegen die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechteridentität einzusetzen. Ein Mitwirken im Rainbow Cities Network aber sei zu aufwendig.

Das Netzwerk hat das Ziel, auf lokaler Ebene Diskriminierungen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender-Menschen und Intersexuellen zu beseitigen. Ihm gehören über 30 Städte an, darunter auch Genf und Zürich. Bern bemüht sich um eine Aufnahme.

«Das würde auch Heteros helfen»

Lanciert hatte den Bevölkerungsantrag Denis Kläfiger, BDP-Präsident im Kanton Luzern. «Ich habe mich extrem gefreut, dass die Kommission unser Anliegen unterstützt, vor allem, weil der Stadtrat eher dagegen war», sagte er auf Anfrage. Nun ist er guter Dinge, dass das Geschäft auch im Stadtparlament durchgehen wird und Luzern dem Rainbow Cities Network beitritt und damit auch eine Fachstelle für Gleichstellung erhält. Kläfiger: «Diese Fachstelle würde nicht nur den Schwulen und den Lesben zur Gleichberechtigung verhelfen, sondern auch Hetero-Frauen und -Männer würden davon profitieren.»

Auch Noëlle Bucher, Präsidentin der Sozialkommission, sagt: «Es braucht in der Stadt Luzern eine Fachperson, die sich um die Gleichstellung von Minderheiten kümmert. In anderen Städten gibt es dies schon lange.» Zum Thema Minderheiten oder zur LGBTI-Community könne man etwa Schulen sensibiliseren. Bucher könnte sich auch Pride-Festivals in der Stadt vorstellen.

Kläfiger fände es ein «super Zeichen», wenn Luzern als vierte Stadt der Schweiz zur Regenbogenstadt würde. Leider sei es auch in Luzern nach wie vor so, dass Schwule oder Lesben komisch angeschaut würden, wenn sie beispielsweise händchenhaltend durch die Stadt ziehen.

Label könnte für Tourismus wertvoll sein

Luzern stünde das Label auch deshalb gut an, weil sich die Region gegenüber Touristen weltoffen gibt. Kläfiger könnte sich vorstellen, dass der Tourismus das Regenbogen-Label vermarkten könne: «Es gibt ja schon lange Reiseanbieter, welche die Homosexuellen gezielt umwerben. Man weiss, dass sie Geld haben und gerne reisen.»

Bei Luzern Tourismus sieht man das ähnlich: «Wenn aufgrund des Beitritts in Luzern entsprechende touristische Angebote entstünden, wäre das positiv für den Tourismus», sagte Sprecherin Sybille Gerardi. In diesem Kontext sagt sie aber auch: «Luzern ist in diesen Belangen nicht gerade in einer Vorreiterrolle. Nur mit dem Beitritt zum Label Regenbogenstadt ist es nicht getan. Aber es ist ein guter Schritt.»

30.8.2018

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