Reiden appelliert an Opferstock-Diebe

Frevel im Luzerner Hinterland: Regelmässig und oft suchen dort Diebe Gotteshäuser heim, um die Opferstöcke zu leeren. In Reiden hat man jetzt genug.

«Hallo Dieb. Einbruch lohnt sich nicht. Es hat KEIN GELD in den Kassen»: So werden in der Kirche Reiden potenzielle Frevler auf einem Plakat begrüsst, das gross an der Eingangstüre prangt. Besucher des Gottesdienstes am Sonntag reagierten erschüttert auf das Plakat: «Es ist tragisch, nichts ist den Leuten mehr heilig», lautete ein Kommentar.

Grund der Aktion: In weniger als zwei Wochen wurde in Wikon und Reiden viermal ins Gotteshaus eingebrochen. «Wir reagieren mit einer Prise Ironie auf ein regelrechtes Ärgernis», sagt Pfarradministrator Jarosław Płatunski zum «Willisauer Boten». Beute machten die Frevler zwar keine, aber sie richteten beträchtlichen Sachschaden an, die Schadenssumme beträgt tausende Franken.

Kassen sind leer

«Wir lassen das Geld wie andere Pfarreien nicht unbeaufsichtigt in der Kirche, leeren sogar die Antoniuskasse mehrmals täglich», sagt Jarosław Płatunski. Denn in der Region sind die Pfarreien auf der Hut. Neben Reiden und Wikon waren auch etliche andere Gemeinden in den letzten Monaten betroffen: Diebe stiegen auch in die Gotteshäuser von Dagmersellen, Nebikon, Gettnau, Altishofen und Egolzwil/Wauwil ein. Im Kanton Luzern schlagen Opferstockdiebe pro Jahr über 30 Mal zu.

Das Plakat in Reiden soll nicht nur Diebe abschrecken, sondern auch die Gottesdienstbesucher ermuntern, die Augen offen zu halten und Verdächtiges der Polizei zu melden. In der Stadt Luzern konnten so zwei mutmassliche Opferstock-Diebe dingfest gemacht werden.

Nur noch E-Spenden

Andere Pfarreien wählten in der jüngeren Vergangenheit andere Methoden, um sich gegen Opferstock-Diebe zu wehren. Weil der Opferstock so häufig aufgebrochen wurde, nimmt eine Kapelle am Lötschberg keine Bargeld-Spenden mehr an. Ihre Kerzen können die Gläubigen dort per Einzahlungsschein bezahlen.

Quelle: 20Minuten

29.1.2018

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde