Remimag Gastro-Kette – Belohnung für Mitarbeiter, die nicht krank waren

Symbolbild

Foto Joseph Birrer

Eine Gastro-Kette schenkt ihren Mitarbeitern Gutscheine, wenn sie innerhalb von sechs Monaten nicht krank waren. Geht gar nicht, sagt die Hotel & Gastro Union.

An die 400 Mitarbeiter beschäftigt die Luzerner Gastro-Kette Remimag in ihren Betrieben in verschiedenen Kantonen. Sie hat ein spezielles System, potentiellen Blaumachern entgegenzuwirken, wie Zentralplus schreibt. Dies funktioniert so: Wenn Angestellte während sechs Monaten nicht krank waren, erhalten sie einen sogenannten Vitalgutschein als Dankeschön. Mit diesen Gutscheinen können die Angestellten in einem Remimag-Betrieb, etwa im Opus oder dem Zunfthausrestaurant zu Pfistern, im Wert von 200 Franken essen gehen.

«Die Gutscheine lösen bei unseren Angestellten jeweils grosse Freude aus», sagt Eltschinger. Er verneint, dass damit die Mitarbeiter damit angehalten werden, krank zur Arbeit zu kommen. Eltschinger: «Ich will niemanden, der krank ist, im Betrieb, weil wir betreffend Hygiene unseren Gästen gegenüber in Verantwortung stehen.» Sei jemand krank, verlange die Remimag aber ab dem ersten Tag ein Arztzeugnis. Eltschinger sieht die Vitalgutscheine als Motivation für die Mitarbeiter. Es habe nicht mehr Ausfälle gegeben als üblich. Aber: «Wenn wir Prämien und Kosten sparen, soll der Mitarbeiter auch etwas davon haben.»

Berufsorganisation kritisiert Vitalgutscheine

Laut Eltschinger gibt es weitere Geschenke für die Mitarbeiter. So würden etwa alle eine Rabatt-Karte erhalten, die dazu berechtigt, dass vier Personen, die in einem Remimag-Betrieb konsumieren, 30 Prozent Vergünstigung erhalten. «Verpflichtet sich etwa ein Kochlehrling, noch ein Jahr länger in einem unserer Betriebe zu arbeiten, bezahlen wir ihm die Fahrausbildung», sagt Eltschinger weiter.

Ruedi Stöckli, Präsident von Gastro Luzern, findet «Eltschingers Motivationsspritze gut». Damit könne die Remimag junge Berufsleute länger halten, denn es sei sehr schwierig, in der Gastronomie gutes Personal zu finden.

Die Rabatt-Karten und die Finanzierung der Fahrprüfung findet auch Stefan Unternährer, Leiter Sozialpolitik bei der Hotel & Gastro Union, gut, wenn es helfe Mitarbeiter zu finden oder zu halten. Über die Vitalgutscheine sagt Unternährer: «Lasst euch etwas anderes einfallen. Man kann die Leute nicht bestrafen, weil sie krank werden.» Dies zeige keine Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern und würde alle unter Generalverdacht stellen, blau zu machen.

Quelle: 20Minuten

9.5.2017

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

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