Rettet den Osterhasen!

Rettet den Osterhasen

Rettet den Osterhasen

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Bald redet alle Welt von Osterhasen. Doch in den Luzerner Landschaft gibts kaum noch richtige Feldhasen. Jetzt soll sich die Regierung um das Wohl der Tiere kümmern.

Zersiedelung, intensive Landwirtschaft, mehr Raubtiere und andere Störungen machen den Feldhasen im Kanton Luzern zu schaffen. Während die Schoggiosterhasen in den Ladenregalen überall auftauchen, ist das Original in der Natur rar geworden.

Noch in den 1950er-Jahren waren die Tiere noch überall anzutreffen, aber: «Seit dann sind die Bestände regelrecht eingebrochen», teilen die Luzerner Umweltverbände Pro Natura, Birdlife und WWF mit. Die Feldhasen seien vielerorts selten geworden oder gar verschwunden, heisst es weiter. So steht der Feldhase denn auch auf der roten Liste der gefährdeten Tierarten des Bundes.

Feldhasendichte erreicht kritische Werte

Das zeigen auch Zählungen des WWF, wie Kantonsrat Hasan Candan (SP) in einem Postulat schreibt. «Die schon seit den 90er-Jahren tiefen Populationsdichten haben in den vergangenen 20 Jahren nochmals stark abgenommen.» So habe der WWF bei periodischen Erhebungen im Wauwilermoos in vier von sechs untersuchten Gebieten gar keine Feldhasen mehr gefunden. «Auch anderweitig sind im Kanton Luzern sehr kritische Feldhasendichten mit unter zwei Feldhasen pro Quadratkilometern zu verzeichnen», heisst es weiter.

Per Vorstoss fordert Candan, dass die Regierung Massnahmen zur Erhaltung und Verbesserung der Lebensbedingungen für die Hasen ausarbeitet. «Der massive Einsatz von Dünger und Pestiziden muss reduziert werden», fordert der Kantonsrat. Zudem brauche es wieder mehr Wiesen mit Kräutern und Blütenpflanzen als Ausgleich zur intensiven landwirschaftlichen Nutzung der Böden.

Verbände wollen Politik mahnen

Auch rarere Einsätze von Maschinen oder angepasste Schnittregimes der Felder sollen geprüft werden. Zudem sollen Wildtierkorridore dafür sorgen, dass weniger Hasen auf der Strasse sterben.

Erste Fortschritte zum Schutz der Tiere gibt es laut den Umweltverbänden bereits: Seit 2018 werde die die dünnere Aussaat von Getreide finanziell unterstützt. Denn durch Lücken in den Feldern erhalten die Hasen ihre Verstecke zurück. Da einige Bauern die Brachen auf neuartige Weise anlegen würden, seien die Hasen auch besser vor dem Fuchs geschützt. Und: «Die Jäger verzichten vielerorts freiwillig auf die Hasenjagd.»

Damit sich Meister Lampe wieder vermehren könne, brauche es aber weitere Unterstützung. «Hoffnung kommt nun aus dem Kantonsrat», so die Umweltverbände. Mit einer Aktion wollen sie deshalb zu beginn der Session am Montag auf das Problem aufmerksam machen.

19.3.2018

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aus «Lohengrin» von Richard Wagner

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