Ruag-Gegner pflastern Stadt Luzern mit Plakaten zu

RUAG

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In Luzern sind mysteriöse Plakate aufgetaucht. Sie richten sich gegen die Ruag und die Schweizer Rüstungsexporte. Die Urheber sind bisher unbekannt.

Auf einem der Plakate steht der Spruch «Swiss Quality Kills», versehen mit der Telefonnummer der Ruag. Darüber prangt der Firmenslogan der Ruag «Together ahead» auf einer Patrone. Das andere zeigt die Kapellbrücke, wobei der Wasserturm durch eine Gewehrpatrone ersetzt wurde. Darunter steht «Unser Stolz».

Sybille Gerardi, Kommunikationsverantwortliche bei Luzern Tourismus, bezeichnet es als «eher unpassend und nicht geschmackvoll», die Brücke mit Waffen in Verbindung zu bringen. Grosse Sorgen um einen Imageschaden für die Tourismusstadt Luzern macht sie sich jedoch nicht: «Da diese Zeichnung eher selbst gebastelt und nicht wirklich künstlerisch professionell daherkommt, wird dies eventuell niemand wirklich ernst nehmen.» Ihren Kollegen in Luzern seien die Plakate nicht aufgefallen, vielleicht gehe es den Gästen auch so.

Ruag: «Halten uns an Exportgesetze»

Die Ruag nimmt die Provokation gelassen, wie Sprecher Jiri Paukert auf Anfrage sagt: «Solche Aktionen von Gegnern der Schweizer Armee und damit der Ruag kommen ab und an vor und gehören zur Freiheit auf Meinungsäusserung, die in der Schweiz zum Glück respektiert wird.»

Paukert äussert sich auch zu den Vorwürfen auf den Plakaten: «Beim Export militärischer Güter hält sich die Ruag ausnahmslos an das im Vergleich zu den europäischen Nachbarländern strengere Exportgesetz der Schweiz.» Für jede Ausfuhr hole man die Einwilligung des Seco ab.

Er ist der Überzeugung, dass es in einem Staat eine Ordnungsmacht braucht. Diese muss gut ausgerüstet und von der Bevölkerung anerkannt sein. «Was das Fehlen einer Ordnungsmacht für Folgen haben kann, sehen wir derzeit in verschiedenen Ländern auf erschütternde Weise», sagt er weiter.

GSoA weiss von nichts

Sebastian Büchler, Sekretär bei der Gruppe Schweiz ohne Armee (Gsoa), hat keine Kenntnis von einer Plakat-Aktion der Gruppe. Er schliesst aber nicht aus, dass es sich bei den Aktivisten um GSoA-Sympathisanten handeln könnte. Denn: Die GSoA habe kürzlich in Luzern über ihre geplante Initiative informiert, die ein schweizweites Verbot von Investitionen in Kriegsmaterialhersteller fordert.

Quelle: 20Minuten

4.1.2017

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde