Schatten über Luzerner Stipendienmodell

Das neue Stipendiengesetz des Kantons Luzern sieht vor, dass Studenten vermehrt Darlehen von privaten Investoren erhalten. Wie die Neue Luzerner Zeitung am Freitag meldet, ist die EduPreneurs AG konkurs. Die Firma ist ein Partner des Vereins Studienaktie.org, mit dem Luzern zusammenarbeiten will.

Der Kanton Luzern möchte, dass seine Studenten vermehrt Darlehen von privaten Investoren erhalten. So sieht es das neue Stipendiengesetz vor, über das am 18. Mai 2014 abgestimmt wird. In der Abstimmungsbotschaft schreibt der Regierungsrat, dass bei der Zusammenarbeit des Kantons der Verein Studienakte.org im Vordergrund stehen soll.

Der Verein ist ein Partner von EduPreneurs, dessen Konkurs am Freitag die Neue Luzerner Zeitung vermeldet hat. Durch die neue Situation sei aber das Luzerner Stipendienmodell nicht in Frage gestellt , sagt Regierungsrat Reto Wyss, es gibt keine vertragliche Bindung an EduPreneurs.

Grundsätzlich kommt jeder Anbieter in Frage

Als Partner für private Finanzierungen von Darlehen kämen grundsätzlich alle geegneten Anbieter in Frage, sagt die Regierung. In diesem Zusammenhang nehme die konkursite EduPreneurs keine wichtige Stellung ein.

Luzern ist der erste Kanton, der Stipendienwesen teilweise an Private auslagern möchte. Linke Parteien ergriffen das Referendum gegen das neue Gesetz. Sie sehen sich nun bestätigt und verlangen, dass die Abstimmung am 18. Mai nicht stattfindet.

Stipendien: SP fordert Verschiebung der Abstimmung

Gut sechs Wochen vor der Abstimmung, die Unterstützung für Studierende teilweise an Private auszulagern, fordert die SP, den Urnengang zu verschieben. Grund dafür ist der Konkurs der zentralen Geschäftsstelle.

Über den Verein Studienaktie und dessen Tochterfirma Edupreneurs AG hätten Studierende Darlehen bei interessierten Privaten aufnehmen können. Doch die Edupreneur AG meldete am 26. März Konkurs an. Wie die SP des Kantons Luzern in einer Mitteilung vom Freitag schreibt, fehle damit für eines der Kernstücke der Stipendiengesetzrevision ein entsprechender Dienstleistungserbringer.

Man sei zwar erfreut, dass damit die Kommerzialisierung des Stipendienwesens gestoppt ist. Trotzdem sei die SP über die weitere Entwicklung besorgt. Dem Stimmvolk werde eine Vorlage präsentiert, die in einem zentralen Bereich unterdessen obsolet geworden sei.

Abstimmung vertagen?

In Unkenntnis der neusten Entwicklung hat etwa die FDP am Mittwoch bereits die Abstimmungsparole zum Stipendiengesetz gefasst.Es dränge sich die Frage auf, ob die Abstimmung nicht besser verschoben würde.

Wie die SP des Kantons Luzern in ihrer Mitteilung weiter schreibt, habe sie bereits eine entsprechende Anfrage eingereicht. Eine erneute Debatte über das Gesetz sei dingend notwendig. Dies sei nur möglich, wenn die Abstimmung vorerst verschoben wird, so die SP.

5.4.2014

ZST Zentralschweizer Tafelrunde

Bild ZST Zentralschweizer Tafelrunde